Stadt kann Rechnungen schreiben

Feuerwehr-Hilfe nicht automatisch kostenfrei

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Die Feuerwehren der Einheitsgemeinde Arendsee rücken mehrfach im Jahr zu Bränden aus – wie hier beispielsweise bei einer Strohpresse. Nicht alle Einsätze sind aber automatisch kostenfrei.

Arendsee – „Der Einsatz der Feuerwehr ist bei Bränden, Notständen und Hilfeleistung zur Rettung von Menschen und Tieren aus Lebensgefahr unentgeltlich“, heißt es in der Arendseer Satzung. Darüber hinaus kann aber eine Rechnung ins Haus flattern.

So gehört unter anderem das Auspumpen von Kellern nicht automatisch zu den kostenfreien Leistungen. Genauso wie umgefallene oder beschädigte Bäume, die zersägt werden. Das Haupt- und Ordnungsamt hatte für die Altmark-Zeitung jüngst Zahlen bereitgestellt. Demnach wurden 2017 in der gesamten Einheitsgemeinde Arendsee 99 Einsätze abgearbeitet, 52 davon konnten berechnet werden. Hintergrund: Dieses Jahr war sehr feucht, es gab Unwetter mit Sturmschäden und vollgelaufene Keller. In etlichen Fällen übernehmen Versicherungen die Kosten, zeigt die Erfahrung. Das die Entwicklung nicht planbar ist, beweist ein Blick auf 2018. Bei 61 Einsätzen konnten 15 Rechnungen geschrieben werden. Dieser Zeitraum wurde durch lange Trockenheit geprägt, es gab mehr Feuer zu bekämpfen. Und diese kosten in vielen Fällen den Eigentümern der Grundstücke sowie Häuser nichts. Außer es ist vorsätzliche oder grob fahrlässige Verursachung im Spiel. So darf außerhalb der vom Kreis vorgegebenen Zeiten (1. Oktober bis 15. November und 1. März bis 15. April) kein Gartenfeuer entfacht werden, schon gar nicht bei hoher Waldbrandstufe.

Festgelegt und veröffentlicht ist auch, was die einzelnen Punkte eines Feuerwehreinsatzes kosten. Beispielsweise wird für eine Tauchpumpe, die in Kellern einsetzbar ist, 20 Euro pro Stunde verlangt. Teurer: Lösch- und Tanklöschfahrzeuge. Diese kosten 102 Euro. Bei Einsatzkräften sind es pro Person 14 (Führungskräfte) und 9 Euro. Auch einzelne Geräte werden in der Satzung aufgeführt. Ist Atemschutz nötig, kommen je Gerät 30 Euro dazu. Verbrauchsmaterial wie Ölbindemittel, Absperrband und Batterien werden nach dem Verbrauch zum tatsächlichen Tagespreis veranschlagt. Besonders teuer wird es, wenn jemand die Feuerwehr alarmiert, dafür aber kein Grund besteht. In diesem Fall beträgt die Gebühr pauschal 250 Euro.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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