Die Untersuchung der Königlichen steht an / Reparaturstau kein Geheimnis

Im Herbst wird es ernst: „Queen“ muss zum TÜV

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Im November 2012 stand zuletzt die TÜV-Überprüfung der „Queen“ an. Damals gab es den Stempel. Im Herbst sind fünf Jahre vergangen, und die Königliche muss sich wieder einer Überprüfung stellen. 

Arendsee. Sie dreht tagtäglich ihre Runden. Seit 1991, seit dem 3. Oktober. Es war ein Feiertag im wahrsten Sinne des Wortes. Die „Queen Arendsee“, so hieß das neue Schiff, löste den „Seeadler“ ab.

Der steht bekanntermaßen an der Tank- und Raststätte, ist mittlerweile auch Eigentum von Alfred Landsberg. Auch wenn es mehr als makaber erscheint: Die Frage, ob die „Queen“ dem „Seeadler“ bald Gesellschaft leistet, ist zwar an den Haaren herbeigezogen, aber nicht ganz weltfremd.

Denn im Herbst schlägt die Stunde der Wahrheit. Der TÜV wird sich die „Queen“ ansehen und sein Go oder No Go geben. Es ist eine Art Angst, die in der Luftkurort-Arendsee-GmbH in der Luft liegt.

Deren amtierende Chefin, Sonja Nowak, hatte vor wenigen Tagen diese Ängste unterstrichen. Während des Besuchs des Innenministers hatte sie deutlich machen wollen, dass die GmbH wie auch die Stadt keinen Spielraum habe, extrem hohe Reparaturkosten zu stemmen. Was nun im Oktober passieren wird – bis zum 15. Oktober werden noch Fahrten angenommen – weiß niemand. Ob es eine Vorabnahme der „Queen“ geben wird, steht noch nicht fest. „Falls der TÜV etwas zu bemängeln hat, dann hätten wir ein knappes halbes Jahr Zeit, die Forderungen zu erfüllen“, erklärte Sonja Nowak auf Nachfrage der AZ.

Was alles passieren kann, darüber gibt es nur Spekulationen. Problembereich ist der Rumpf, deren fachmännische Reparatur enorm viel Geld verschlingen würde. Auch das Oberdeck wird immer wieder in den Diskussionen erwähnt. Metall verschleißt – und bei einem Schiff, das seit 26 Jahren auf dem See unterwegs ist, machen sich Spuren deutlich sichtbar.

Klar ist: Die „Queen“ ist eine touristische Attraktion. Die Seerundfahrt ermöglicht Blicke auf den See aus einer ganz anderen Perspektive. Auch als kulturelle Nussschale macht sie von sich reden – perfekt arrangiert, sind Salsa-Abende und Jazz-Nächte einfach der Kracher, weil es auch keine anderen Kultursäle gibt.

Auch wenn die Kapitäne die „Queen“ immer wieder zum Laufen bringen – mit viel körperlichen, aber auch logistischen Fähigkeiten: Die Zukunft der „Queen“ hängt an einem seidenen Faden.

Der Verlust des Schiffes wäre eine Katastrophe für Arendsee. Was fehlen würde, ist Geld. Für ein neues Schiff.

Von Harry Güssefeld

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