Unermüdliche Sammeltätigkeit in Kleinau zu sehen / Otto Mewes kann auf Unterstützung bauen / Mehrere Ausstellungen

Heimatgeschichte mit Leben erfüllt

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Der Singekreis Sanne eröffnete mit einigen Liedern das Museumsfest. Einige der Sängerinnen waren bereits im Frauenchor Kleinau aktiv, der aufgelöst wurde. Der kulturelle Rahmen kam bei den Besuchern gut an.

swz Kleinau. Der Leiter und Initiator des Kleinauer Heimatmuseums kann auf 50 Jahre Sammeltätigkeit mit Schülern zurückblicken.

Daher hatte der engagierte Hobbyhistoriker Otto Mewes zahlreiche Freunde, Bekannte und Wegbegleiter zu einem kleinen Museumsfest in den Arendseer Ortsteil gebeten.

Anfang mit Keramik

Roland (r.) und Ronaldo Krüger hatten sich für das Fest verkleidet und auch eine „Büßerin im Käfig“ mitgebracht.

„Alle, alle sind gekommen. Ich habe nie damit gerechnet das so viele Menschen zu unserem kleinen Fest kommen“, würdigte er mit rührenden Worten den Ansturm von Besuchern. Nach einer musikalischen Eröffnung durch den Singekreis Sanne, der zum Teil aus Frauen des ehemaligen Frauenchores Kleinau besteht, erinnerten Ortsbürgermeister Hans-Georg Kempcke sowie Otto Mewes an die Anfänge der Arbeitsgemeinschaft Junge Historiker. „Ich war Lehrer an der Kleinauer Oberschule und wollte mit den Kindern einen interessanten Unterricht machen. Daher bin ich ein- bis zweimal im Monat mit zehn Schülern ausgezogen und wir haben an den verschiedensten Stellen gegraben. Gefunden wurden Keramik, Flaschen und Ähnliches. Dies konnte dann in der Schule gesammelt werden“ erzählte Otto Mewes.

Freude an der Historie

Waren die Stücke seiner Sammlung zunächst in den verschiedensten Räumen in Kleinau untergebracht, so konnte er die Bestandteile – die heute dem Verein Junge Archäologen der Altmark gehören – nach der Wende im dann ehemaligen Schulgebäude aufbauen und präsentieren. Dass Otto Mewes den Kindern damals viel Interessantes beigebracht hatte und mit ihnen oft sehr schöne Stunden verlebte, wurde bei den Gratulationen deutlich. So überreichte Sabine Reckling im Namen vieler ehemaliger Mitstreiter einen Blumenstrauß.

Die Kinder der Kleinauer Kindertagesstätte „Gänseblümchen“ kamen nicht mit leeren Händen und ehrten Otto Mewes. Der Hobbyhistoriker freut sich über die Collage.

Auch die Kinder der benachbarten KITA „Gänseblümchen“ um ihre Leiterin Heike Reisener überraschten den Kleinauer mit einem selbstgemalten Bild. Doch nicht nur sie hatten interessante Gegenstände für das Museum mitgebracht. Otto Mewes erhielt beim Fest immer wieder die unterschiedlichsten Exponate, die einen Platz bekommen sollen. So brachte unter anderem Heinz Mittag aus Lohne Teile eines großen Dreschflegels sowie eine etwa 100 Jahre alte Spindel mit.

Geschichte und Kunst

Otto Mewes überraschte die Besucher übrigens ebenfalls. Sein Schulfreund Siegfried Strohbach verband den Tag mit einer Vernissage aus 29 Bildern, die in verschiedenen Maltechniken entstanden. Der heute in Dresden lebende Künstler nutzte die Gelegenheit, seine im Saal der alten Schule ausgestellten Werke den Gästen etwas näher vorzustellen. „Ich male nicht expressionistisch und möchte mit meinen Bildern auch meine jetzige Heimat dem Betrachter vorstellen“ betonte er. Besonders zwei Bilder, die die Zerstörung von Dresden im Jahre 1945 zum Thema habe sowie einen dreiteiligen Bilderzyklus, der zum Nachdenken über die immer stärker werde künstliche Intelligenz anregen soll, sorgten für Aufmerksamkeit.

Die Besucher hatten beim Museumsfest auch Gelegenheit, sich die einzelnen Exponate in Ruhe anzuschauen.

Eine Ausstellung mit detaillierten Fotografien von heimischen Tagfaltern, die Dr. Joachim Herms aus Goldbeck gestaltet hat sowie eine kleine Ausstellung von Materialien über das Theater der Altmark sind seit Sonntag ebenfalls zu sehen. Für die Besucher besonders interessant waren auch die Darstellungen über das ländliche Leben sowie die ökonomische Entwicklung der Höfe um 1850 bis hin zur wirtschaftlichen Revolution auf dem Lande in der Kaiserzeit.

Fotos aus Kleinau

Kleinauer Fotoansichten dürfen ebenso wenig fehlen wie Erinnerungen der Arbeitsgemeinschaft aus den 1960er bis 1980er Jahren. Beim Betrachten der Bilder war von vielen Gästen, „weißt du noch“ oder „das weiß ich auch noch“ zu hören. Wer sich für heimatgeschichtliche Bücher interessierte der fand beim Verleger Eugen Gliege sicherlich einige Neuauflagen, alter heut kaum noch im Original erhältlicher Werke (AZ berichtete). Die Kleinauer Frauen kümmerten sich zwischen Kunst und Geschichte um das leibliche Wohl der Gäste. Sie konnten sich den Kuchen schmecken lassen.

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