Gewässerschau auf dem Arendsee / Tourismus gelangt an seine Grenzen

Hausboote nur ein Traum

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Hans-Jörg Steingraf, Flussbereichsleiter des LHW, besichtigte gestern während der Gewässerschau auf dem Arendsee den Uferbereich. Mit dabei waren Vertreter der Stadt und des Altmarkkreises.

Arendsee. Zur Gewässerschau 1. Klasse hatte das Landesamt für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz gestern auf die „Queen“ eingeladen. Das Objekt der Begierde war der See selbst, der dem Land gehört.

Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf hatte Vertreter der Stadt, aber auch der Unteren Wasserbehörde des Altmarkkreises eingeladen. Hauptaugenmerk wurde bei der Befahrung des Sees auf die Stege gelegt. Rund 160 gibt es am Ufer, mehr sollen es laut Steingraf auch möglichst nicht geben. Das Hauptproblem: Das Land fordert die Nummerierung der Steganlagen. Und zwar so, dass diese Nummern vom See aus zu erkennen sind. Wer sie nicht direkt am Steg anbringen will, kann es auch auf dem Gelände tun, so am Ferienhaus. „Die Stege haben Bestandschutz. Heißt, wer einen Steg hat, wird ihn auch behalten dürfen“, so Bauamtsleiter Reckling. Gesprochen wurde auch über das große Ziel, einheitliche Regelungen zu Stegen, Bebauungen und Uferbefestigungen zu schaffen. „So sollen unter anderem Ersatzneubauten weiterhin generell, aber auch Neubauten von Gartenhäusern auf den Parzellen möglich sein“, blickte Reckling voraus. „Dem Umfeld angepasst“, so die Forderungen des Altmarkkreises, den der Leiter des Kreisumweltamtes, Herbert Halbe, gestern vertrat.

Gemeinsam mit Claudia Lembke war er zum zweiten Teil der Gewässerschau auf die „Queen“ gekommen.

Arendsees Bürgermeister Norman Klebe würde gern weitere Aktionen am See starten, um die Attraktivität der Seestadt für Urlauber zu erhöhen. Beispiel: Auf Höhe des Strandbades, im Uferbereich des Drachenbootclubs, kann sich Norman Klebe vertaute Hausboote vorstellen, die vermietet werden könnten. „Beispiele dafür gibt es genug. Sicherlich muss der See in seiner Einheit und unter dem Aspekt des Landschaftsschutzes erhalten werden, aber auch im Hinblick auf den Tourismus müssen neue Wege möglich sein“, verlangt Klebe. Stillstand sei der Tod in der heutigen Zeit. Etwas wagen, neue Ideen, das sei gefragt. Und wenn, wie in anderen Regionen wie der Ostsee oder an der Müritz diese Dinge Urlauber anziehen, dann sollte sich Arendsee nicht scheuen, ähnliche Wege zu gehen, so Klebe.

Behindern Landschaftsschutzgebiet, wasserrechtliche Bestimmungen und Allgemeingebrauchsverordnung für den Arendsee den sich verändernden Tourismus in Arendsee? Soweit wollte man gestern nicht gehen. Bürgermeister Norman Klebe will behutsam an die Veränderungen gehen, im Einklang mit den Behörden. Ob das gelingt, wisse man nicht, hieß es.

Gestern wurden einige Boote im Schilf gesichtet. Den Eigentümern droht, dass diese Boote abgeschleppt werden. Im Schilfgürtel haben sie nichts zu suchen, hieß es während der Rundfahrt.

Von Harry Güssefeld

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