Hauptlast der Wehren liegt auf den 41 aktiven Kameraden der Seestadt-Ortswehr / Fürs Gerätehaus wird gespart

Hälfte aller Einsätze fährt Arendsee

Unterstützung für das neue Gerätehaus in Arendsee. Keiner weiß, wie es aussehen soll. Aber Seehäusers Vize-Wehrleiter Ralf Näbsch (r.) hat schon einmal die symbolische Grundsteinlegung vollzogen. Links Arendsees Ortswehrleiter Robert Katke. Foto: Güssefeld

Arendsee. Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze hatte in seiner kurzer Rede anlässlich der Jahreshauptversammlung der Arendseer Ortswehr klargemacht: Von 66 Einsätzen in der gesamten Einheitsgemeinde Arendsee im vergangenen Jahr fuhren die Arendseer 34 mit.

Eine Zahl, die deutlich mache, wer in der Einheitsgemeinde die Hauptlast trage. Und das immer noch mit einem nicht zufriedenstellenden Personalbestand, wenn man sich die Einsatzkräfte pro Einsatz ansieht.

Thorsten Lüge, stellvertretender Wehrleiter der Arendseer, nannte zunächst die gemeldete durchschnittliche Einsatzzahl. Die liegt bei 10,7 Kräften pro Einsatz, Doch schaue man sich das genauer an, so der Arendseer, werden ganz andere Zahlen daraus: Zwischen 6 und 18 Uhr und das montags bis freitags sind es nur 8,33 Kräfte pro Einsatz, in der Woche 18 bis 6 Uhr schon 11. Sonnabends und sonntags kommt die Arendseer Ortswehr auf schließlich 13 Mann pro Einsatz.

Nach Gründen wurde nicht gesucht, die kenne jeder, so Lüge. Aber die Zahlen machten einmal mehr deutlich, wie eng gestrickt die Situation bei einer Wehr ist, die laut Risikoanlayse zu den bedeutendsten in der Region gehört. Eine Lösung, so hieß es am Freitagabend im Haus des Gastes, sei die Schaffung von Arbeitsplätzen am Wohnort. Dann würden auch genügend Männer ausrücken können. Auswärts arbeiten ist die Regel, außerdem komme auch noch die Montagearbeit ortsansässiger Firmen dazu. Als die AZ jüngst den Ortswehrleiter Robert Katke wegen eines schweren Unfalls bei Zühlen anrief, war er gerade in Hamburg auf der Baustelle.

Zwölf Brände waren im Jahr 2012 zu verzeichnen. Zu den größten Einsätzen dabei gehörte unbestritten der Wohnhausbrand in Höwisch. Auch an den Großeinsatz wegen austretenden Gases in Ritzleben wurde erinnert. Eine Firma hatte eine Gasleitung beschädigt, das kleine Dorf stand kurz davor, evakuiert zu werden.

Von geringer Dienstbeteilkung sprach Ortswehrleiter Robert Katke. Die liegt derzeit bei 56 Prozent, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Im Gegensatz dazu beträgt die Dienstbeteiligung bei den Jugendlichen (derzeit 12 Jungen) 75 Prozent, wie Jugendwart Sven Rasche betonte.

Die Diskussion um ein Gerätehaus gehört zum Standard der Versammlung. Bürgermeister Norman Klebe wurde dafür gelobt, dass er inzwischen rund eine halbe Million Euro für einen Eigenanteil fürs Gerätehaus „gebunkert“ hat. Es sei ein schwieriger, steiniger Weg, so Klebe. Der neue Standort ist noch nicht klar, derzeit wird immer noch Geld in das alte Haus an der Bahnhostraße gesteckt, um den Minimalforderungen gerecht zu werden. Dass ein neues Gerätehaus ganz oben auf der Prioritätenliste steht, beruhigt die Männer und Frauen vor Ort nicht unbedingt. Sie wollen Taten sehen, wie sie am Freitagabend betonten.

Für diese Taten sorgte einmal mehr die Abordnung aus Seehausen. Nachdem die Alandstädter im vergangenen Jahr ein Modell des zukünftigen Gerätehauses überreichten, hatten sie am Freitagabend für die symbolischen Grundsteinlegung gesorgt. Seehausens stellvertretender Wehrleiter Peter Näbsch überreichte Arendsees Ortswehrleiter Robert Katke das kleine Modell. „Das Gerätehaus ist für die ganze Einheitsgemeinde wichtig, und deshalb muss es so schnell wie möglich her“, so Näbsch. Er regte gemeinsame Ausbildungsstunden an, und sagte eine Unterstützung seiner Wehr für das Drachenbootrennen im Arendseer Strandbad zu.

Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze machte sich auch noch einmal für die Stelle des Gerätewartes stark. „Wir können diese Aufgaben, wie Funk und Technik, nicht mehr in unserer Freizeit allein bewältigen“, so Hinze. Deshalb könne er Meinungen eines einzelnen, wie die des Fleetmarker Bürgermeister Klaus Ahlfeld, nicht verstehen, der eine solche Stelle für überflüssig halte. Norman Klebe gab bekannt, dass es zahlreiche Bewerbungen für die Stelle gibt, die ab dem 1. Mai besetzt werden soll.

Von Harry Güssefeld

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