Falsche Prioritäten gesetzt

Günther Meier aus Arendsee fordert wirklich wichtige Radwege

Weg
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Während Radwege an stark befahrenen Straßen nicht möglich sind, sollen Wege zwischen Dörfern ausgebaut werden.

Angesichts der Diskussionen um bestehende und geplante neue Radwege rund um Arendsee hat eine Debatte darüber begonnen, welche Radwege wirklich gebraucht werden. Daran beteiligen sich nicht nur Stadträte, sondern auch ganz normale Bürger.

Arendsee - Wie Günther Meier aus Arendsee. Er ist der Meinung, dass, bevor irgendwelche Radwege geplant und wieder vergessen werden, wichtige Radwege wie ein straßenbegleitender Radweg von Arendsee in Richtung Heiligenfelde Vorrang haben müssen. Willensbekundungen reichten nichts aus. Vehement müsse dafür eingetreten werden, dass es auch passiert, fordert der Arendseer. „Ich bin mit dem Rad von Zühlen nach Arendsee gefahren“, schreibt er an die AZ: Er habe Angst gehabt. Denn die Gefahr eines Unfalls auf der stark befahrenen Strecke sei enorm groß.

„Das Radwegekonzept in Arendsee und Umgebung ist einfach nur eine Katastrophe“, macht er seinem Unmut Luft. Es werde so viel Geld ausgegeben, sogar ein Ingenieur-Büro eingeschaltet – für Wege durch die Feldmark. „Die einst zur Debatte stehenden Radwege spotten jeder Beschreibung“, schimpft Meyer.

Bevor ein Radweg von Kläden nach Schrampe geplant werde, müsse dringend der Radweg von der Mutter-Kind-Klinik nach Schrampe endlich Realität werden. Das hätte schon längst umgesetzt werden müssen, heißt es weiter. Die Argumente, Radwege werden aus verschiedenen Töpfen gefördert und unterliegen immer wieder anderen Verantwortlichkeiten, lässt der Arendseer nicht zu. Das interessiere keinen Bürger. Der Bürger will, dass sich eine Verwaltung dafür einsetzt, dass der Radfahrer ungefährdet von A nach B kommt. Und dafür müssen sich die Verantwortlichen einsetzen. Und nicht nur reden. Die Radwege rund um Arendsee seien so peinlich. Er schäme sich, wenn er sich mit seinen Radsportfreunden trifft. Dabei komme auch immer wieder das Wunschkind eines jeden Radfahrers zur Sprache. Der Radweg von Leppin in Richtung Seehausen. Seit Jahrzehnten wird darüber gesprochen, Wünsche aus Arendsee würden abgeschmettert.

Nun soll im Zuge der Autobahn auch ein Radweg von der Sachsenfalle in Richtung Tannenkrug gebaut werden. „Tannenkrug liegt aber noch weit entfernt von Leppin“, macht Meier deutlich. Alles solle für die Radler getan werden, wünscht sich der Stadtrat. „Aber radsportbegeisterte Menschen müssen aus besagten Gründen die Region meiden“, heißt es weiter. Arendsee sei nicht nur Kloster und „Queen“. Man müsse auch etwas für die Radfahrer tun. Und nicht nur reden.

Noch auf eine Kleinigkeit weist der kritische Bürger hin. Im August sei er von Sandau über Tangermünde, Magdeburg, Wörlitz, Torgau, Meißen, und Dresden nach Bad Schandau auf dem Elberadweg gefahren. Um sich zu erkennen zu geben, versuchte er in Arendsee einen Wimpel der Stadt zu kaufen, den er deutlich sichtbar an seinem Fahrrad anbringen wollte. „Aber peinlich, in ganz Arendsee war so was nicht zu bekommen. Selbst zu tiefsten DDR-Zeiten hat man so ein Ding an jedem Kiosk erhalten“, beendet der Arendseer seine kritischen Gedanken.

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