Filmcamp will zur Filmstadt werden

Bauausschuss erteilt den Ausbauplänen des Filmcamps Arendsee grünes Licht

Teilnehmer eines Jugendfilmcamps im Sonnenuntergang am Arendsee
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Das Jugendfilmcamp am Arendsee will zu einer Filmstadt wachsen
  • vonBeate Achilles
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Norman Schenk und sein Team wollen das Filmcamp Arendsee zu einer Filmstadt mit Ganzjahresbetrieb weiterentwickeln. Nach Vorgesprächen mit Landrat, Bauamt und Bürgermeister hat der Ausbau des Filmcamps nun beim Bauausschuss am Dienstag dieser Woche seine erste baurechtliche Hürde genommen.

Der Ausschuss stimmte für eine Änderung des gültigen Flächennutzungsplanes zugunsten des Projekts. Die Kosten dafür will die gemeinnützige YouVista UG, die das Filmcamp betreibt, vollständig selbst übernehmen. Eine Art Vorzeigeobjekt des ökologischen Bauens soll die Filmstadt werden. „Normal wird bei uns gar nichts“, kündigt Norman Schenk an. „Wir sind eine Filmstadt, da muss auch der Ort selbst inspirieren und die Leute bewegen. In ökologischer Hinsicht waschen uns Erwachsenen auch im Baubereich die jungen Leute und die Fridays for Future-Bewegung den Kopf. Das finde ich sehr vernünftig“, so Schenk weiter.

Geplant sind vier Gebäude, die in Modulbauweise und laut Antrag „möglichst umweltschonend im Bereich des vorhandenen Kieferbestandes und unter Verwendung nachhaltiger Baumaterialien errichtet werden“ sollen. Wie diese Module genau aussehen werden, wird die YouVista UG erst auf der nächsten Stadtratssitzung vorstellen. Schenk verriet der AZ im Vorfeld aber schon, dass die Gebäude passend zur Lage am Arendsee teilweise an Schiffe erinnern werden. Alle Gebäude werden rund 50 Zentimeter über dem Boden auf Punktfundamenten stehen, kündigte Schenk weiter an.

Weniger versiegelte Fläche als zuvor

„Wir wollen so wenig Bäume wie möglich wegnehmen. Im Moment sind auf dem Gelände etwa 210 Quadratmeter Boden versiegelt. In Zukunft werden es noch ganze zehn Quadratmeter sein“, so Schenk. Bäume, die an Stellen wachsen, wo zukünftig Gebäude geplant sind, sollen zum größten Teil in die Bauten integriert werden und durch sie hindurchwachsen. „Im Frühjahr haben wir jeden einzelnen Baum zählen und vermessen lassen“, unterstreicht der Schauspieler und Unternehmer.

Preise sollen einem Reiter- oder Paddelurlaub vergleichbar bleiben

Zu den Kosten des Projekts wollte sich Schenk gegenüber der AZ gestern noch nicht äußern. Nur so viel ließ er durchblicken: „Es ist erstaunlich, wie viel Platz man für vergleichsweise wenig Geld bekommen kann.“ An entgangenen Einnahmen wegen der Corona-Krise werde das Bauprojekt nicht scheitern, obwohl nur vier bis fünf Prozent der Einnahmen der gemeinnützigen YouVista UG in Spenden und Zuschüssen bestünden und der Preis für teilnehmende Jugendliche einem Reiter- oder Paddelurlaub vergleichbar bleiben solle. Für die umweltfreundliche Anreise sieht Schenk noch Luft nach oben: „Wir sagen immer: Wer es nach Arendsee schafft, hat auch die Energie, Filme zu drehen.“ Aus seiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn die Stadt wieder einen Bahnanschluss bekäme.

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