Bei Großschadenslage ist Bindes Wehr gefragt

Der neunjährige Lucas (v.l.) und Bruder Alexander Weber (10) waren gestern dabei, als sich Ronald Radtke von der Binder Wehr ans Steuer des Fahrzeuges setzte. Landrat Michael Ziche und Arendsees Bürgermeister zeigten sich interessiert. Fotos (2): Güssefeld

Binde. Auf einen Unfall mit vielen Verletzten kann seit September 2010 im Altmarkkreis Salzwedel rein logistisch gut reagiert werden. Grund dafür ist die immer bessere Ausstattung des Katastrophenschutzes. Damit wurde es möglich, dass ein Behandlungsplatz für bis zu 50 Personen eingerichtet werden kann, alles zentral verpackt in einem sogenannten Abrollbehälter. Die Stadtfeuerwehr Salzwedel hat sich verpflichtet, das System zu bedienen. Der Sanitätszug des DRK Salzwedel sichert die Betreuung und Bedienung der medizinischen Komponente ab. Sollte es somit auf Schienen- und Straßen oder im Industriebereich des Altmarkkreises zu einem „Massenanfall von Verletzten“ (MANV) kommen, ist er zukünftig materiell in der Lage, diesen zeitnah zu bewältigen, hieß es gestern bei einem Ortstermin in Binde.

Anlass war die Übergabe eines MANV-Logistikfahrzeuges aus dem Technikpark des Katastrophenschutzes an die Wehr in Binde. Das Auto Baujahr 1991 war im FTZ von einem Krankentransporter zu dem umgebaut worden, wie es sich gestern präsentierte. Das Fahrzeug, das im Binder Gerätehaus stationiert wird, ist Bestandteil des MANV-Systems – es wurden damit zusätzliche Transportkapazitäten geschaffen. Feldbetten, Sandsäcke, Trageböcke, Decken und viele andere Hilfsmittel können schnell an den Einsatzort gebracht werden. Die Feuerwehr Binde hat sich bereiterklärt, dieses Fahrzeug zu besetzen und bei Schadenslagen an den Einsatzort zu bringen, hieß es gestern in Binde. Landrat Michael Ziche hatte an der feierlichen Übergabe des Fahrzeuges teilgenommen, auch Arendsees Bürgermeister Norman Klebe war vor Ort. Die AZ wollte wissen, ob die Einsatzbereitschaft der Binder Kameraden so weit gesichert ist, dass das Fahrzeug 100-prozentig an seinen Einsatzort kommt. „In Absprache mit den Ortswehrleitern aus Arendsee und Binde ist die Besetzung des Fahrzeuges gesichert“, so Bindes Ortswehrleiter Andreas Beinroth. Der Landrat lobte das Engagement in Arendsee. Angesichts der immer geringer werdenden Einsatzbereitschaft werktags zwischen 6 und 18 Uhr – sie beträgt rund 23 Prozent – sei jede zusätzliche Bereitschaft der Kameraden zu würdigen.

Von Harry Güssefeld

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