800 Polizisten in mehreren Bundesländern im Einsatz

Großeinsatz gegen Schleuserbanden auch in Arendsee

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50 Beamte waren in Arendsee im Einsatz.

pm/mih Arendsee. Ein Großaufgebot von rund 800 Beamten der Bundespolizei geht am Montagabend im Auftrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg gegen eine Schleuserbande vor - rund 50 davon auch in Arendsee. Zahlreiche Spezialkräfte unterstützten die Ermittler.

Gemeinsam vollstreckten sie 21 Durchsuchungsbeschlüsse, nahmen drei Hauptbeschuldigte vorläufig fest und entdeckten zahlreiche illegale Migranten. Die Ermittlungen weisen auch Bezüge in die sogenannte Reichsbürgerszene in Sachsen-Anhalt auf. In Arendsee durchsuchten rund 50 Beamte am Montagabend Geschäftsräume an der Bahnhofstraße.

Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle führt seit Oktober 2017 das Strafverfahren gegen ein aus mindestens acht Personen bestehendes Schleusernetzwerk wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern. Die aus Deutschland, Russland und der Ukraine stammenden Täter stehen im Verdacht, für unerlaubt eingereiste moldauische Staatsangehörige den Aufenthalt und auch die unselbstständige (illegale) Arbeitsaufnahme organisiert zu haben.

Beamte stellen Geld, Dokumente und Datenträger sicher

Bereits am Montagabend begann die Bundespolizei mit ihren Einsatzmaßnahmen gegen Wohnungen und Geschäftsräume der Hauptbeschuldigten in Hamburg und Sachsen-Anhalt. Der Einsatz setzte sich am frühen Morgen des 8. Mai 2018 mit Durchsuchungsmaßnahmen in Hamburg und Bremen gegen Quartiere der illegal aufhältigen Personen fort. Es wurden insgesamt 21 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, drei davon in Sachsen-Anhalt. Drei Haupttäter wurden in Hamburg vorläufig festgenommen.

Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft die Stellung von Haftanträgen für diesen Personenkreis. Im Rahmen der Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel und einen mittleren fünfstelligen Betrag an Bargeld und Gold sicher. Bei dem Beweismaterial handelt es sich unter anderem um ge- bzw. verfälschte Ausweisdokumente, Handys, Laptops, Tablets, umfangreiche Datenträger und Unterlagen. 

"Vielversprechende Grundlage für Folgeermittlungen"

In Hamburg und Bremen durchsuchten die Bundespolizisten im Rahmen der Einsatzmaßnahmen auch mehrere Häuser, die als Wohn- bzw. Schlafplätze für die eingeschleusten Moldauer dienten. Dabei konnten bislang insgesamt 49 Personen angetroffen werden, von denen mindestens 35 illegal in Deutschland sind. Festgestellte Schleusungen von Angehörigen des oben genannten Personenkreises auf der A4 und A17 bildeten den Ausgangspunkt der Ermittlungen.

Der Präsident der zuständigen Bundespolizeidirektion Pirna, Jörg Baumbach zu dem heutigen Erfolg: „Schleusung, Urkundenfälschung und illegale Beschäftigung bilden zunehmend eine Einheit. Mit unseren heutigen Maßnahmen ist es uns erneut gelungen, das organisierte Phänomen der irregulären Migration in unser Land in den Fokus zu rücken. So konnten wir eine vielversprechende Grundlage für Folgeermittlungen gegen das Täternetzwerk schaffen. Die enge Taktung unserer Schläge gegen organisierte Schleusernetzwerke ist ein klares Zeichen, dass wir nicht nachlassen werden.“

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