Zießauer Aussichtsturm entwickelt sich immer mehr zum Mitteilungsturm

Grinsender Affe und Fanbekentnisse

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Von der obersten Plattform gibt es nur noch einen eingeschränkten Blick auf den Arendsee. Der Aussichtsturm ist durch eine grüne Naturwand geprägt. Auf Interesse stoßen aber Holzteile, die kreativ gestaltet wurden. 

Zießau. Er wurde gebaut, um in einer Höhe von etwa fünf Metern eine gute Aussicht auf den Arendsee zu geben, doch diese ist grün getrübt. Kommunalpolitiker hatten bei der Wahl des Standorts bereits gewarnt, dass die Bäume zum Problem werden könnten.

Einst waren sie klein, nun geben sie nur noch kleine Sichtfenster auf die „blaue Perle“ frei. Wer sich die hohe Holzkonstruktion genauer anschaut, sieht noch eine weitere Facette. Der Aussichtsturm wird immer mehr zum Mitteilungsturm. Besucher vermerken mit Stiften, dass sie da waren, und halten mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. So haben Fans des künftigen Fußball-Zweitligisten 1. FC Magdeburg ihre Spuren hinterlassen.

Ein fröhlicher Affe bereitet Betrachtern gute Laune. Er wurde mit einem Rahmen ins Holz geschraubt.

Auch Liebesbekundungen sind auf den Holzteilen zu lesen und in verschiedenen Herzformen zu sehen. Doch nicht nur Stifte kamen zum Einsatz. Im oberen Teil hängt ein Bild, wer es dort positioniert hat, ist unklar. Es wurde mit Schrauben befestigt. Wer die Stufen erklommen hat und das Foto entdeckt, wird mit einem breiten Grinsen begrüßt. Ein Affe lacht im Turm, hinzukommen aufmunternde Sprüche. „Lächle, und der Tag gehört dir“, ist in luftiger Höhe zu lesen. Ein Spruch von Charlie Chaplin sorgt für weitere gute Laune. Der Weltstar wird auf dem Bild mit folgenden Satz zitiert: „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“ Und so steigen Besucher mit Fröhlichkeit wieder hinab, vom Boden aus ist es nicht weit bis zu einer weiteren Attraktion, einem großen Steg.

Dieser ist anders als die Bruderkonstruktion unterhalb der Arendseer Klosterruine noch vollständig. Der Bau ging auf Initiative der einst selbstständigen Gemeinde Schrampe hervor. Im Gemeinderat entstand die Idee für den Aussichtsturm, der trotz Verwaltungskritik gebaut wurde. Denn befürchtet werden irgendwann größere Unterhaltungskosten. Noch wirkt der Turm sicher und intakt, Pflegeschnitte scheinen aber offenkundig nötig, wenn freie Sicht weiterhin gewünscht ist. Zur Attraktion gehört aber nicht nur Weg nach oben. Direkt daneben steht ein kleinerer Turm, der von Kinder gern zum Spielen benutzt wird. Um diesen Bau kümmerten sich einst Ehrenamtliche aus Arendsee, die mehr Spaßangebote am See geschaffen haben.

Von Christian Ziems

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