Farbfernsehen – ein gewaltiger Sprung

Goldener Meisterbrief für Manfred Schommer

Mann mit Urkunde
+
Manfred Schommer freut sich über seinen Goldenen Meisterbrief.
  • VonArno Zähringer
    schließen

Seinen Goldenen Meisterbrief hat Manfred Schommer aus Arendsee dieser Tage von der Handwerkskammer Magdeburg erhalten. Allerdings nur per Post – wegen der Corona-Pandemie. 

Arendsee - Ob ihn das ärgert? Manfred Schommer sieht das pragmatisch. „Ich habe so eine Feier noch nie mitgemacht. Außer 1971, als ich den Meisterbrief überreicht bekam. Aber das war etwas anderes.“

Anders war früher sowieso vieles. Der Rundfunkmechanikermeister musste auch nach seiner Ausbildung immer wieder Lehrgänge absolvieren. Einfach deshalb, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. Vor allem das Reparieren von Geräten stand im Mittelpunkt zu Beginn seines Berufslebens. So war er im Dienstleistungskombinat (DLK) in Salzwedel beschäftigt, aus dem später eine RFT-Werkstatt (Rundfunk- und Fernmeldetechnik) wurde.

Dann kam die Einführung des Farbfernsehens. „Rechtzeitig zum 20. Jahrestag der DDR 1969“, erzählt Schommer schmunzelnd. Beruflich gesehen sei dies ein „gewaltiger Sprung“ gewesen, Lehrgänge in Theorie und Praxis schlossen sich an. Zwei Jahre später hatte er den Meisterbrief in der Tasche, doch bis zur Selbstständigkeit sollte es noch etwas dauern. Denn erst im vierten Anlauf genehmigte die zuständige Stelle, die Örtliche Versorgungswirtschaft (ÖVW) in Osterburg, seinen Antrag. „Es lief sehr gut. Wir haben das Wohnzimmer ausgeräumt und angefangen“, erzählt der 81-Jährige. 1988 kam schließlich der Verkauf von Fernsehern dazu. 4600 Mark kostete damals das preiswerteste DDR-Gerät. Nach der Wende, der größte Einschnitt in seinem Berufsleben, zog er mit seinem Geschäft in die Innenstadt Arendsees. Erneut musste sich Manfred Schommer weiterbilden, denn viele Menschen nutzten die Gelegenheit, die Antennen auf den Dächern durch Satellitenschüsseln auszutauschen.

2003 hat er seinen Betrieb mit drei Angestellten dann an seine Kinder übergeben. Darüber seien er und seine Frau Elke, die im Betrieb mitgeholfen hat, sehr froh. Aber so ganz aufhören konnte er dann doch nicht. Immer wenn ein älteres Gerät repariert werden muss, dann ist Schommer mit Rat und Tat zur Stelle. Ansonsten genießt er mit seiner Frau den Ruhestand, das Schippern auf dem See und das Fahren mit seinem Buggy.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare