Bundesgericht kippt Gebühren für Strandbesuche / Verwirrung in der Seestadt

Das gilt nicht für Arendsee

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Das Strandbad in Arendsee ist eingezäunt – und wird bewirtschaftet. Der Richterspruch über den Wegfall von Eintrittsgeldern an Strandabschnitten an der offenen See kann nicht auf Arendsee angewandt werden.

Arendsee. Zwei Bewohner der Nordseeküste hatten sich dagegen gewehrt, dass der Zugang zum Strand durch einen Zaun versperrt ist und Eintritt erhoben wird. Und sie haben vor dem Bundesverwaltungsgericht Recht bekommen.

Die beklagte Touristik-Gesellschaft darf keinen Eintritt mehr verlangen. Hat dieses Urteil auch Auswirkungen auf die Praxis am Arendsee? Vermutlich nicht, denn das Gericht sagte auch, dass die betroffene Gemeinde nur für einen kleinen Teil an der Küste Eintritt verlangen kann – wo besonderer Badegenuss geschaffen wird sei es durch Restaurants, Kioske oder auch Umkleidekabinen.

Für Sonja Nowak, amtierende Chefin der Luftkurort-Arendsee-GmbH als Betreiberin des eingezäunten Strandbades, kann die Rechtssprechung nicht auf Arendsee ausgelegt werden. Denn: Das Strandbad werde bewirtschaftet, habe Anlagen und einen Schwimmmeister vorzuhalten. „Ich werde mich noch mal damit beschäftigen, aber ich habe keine Bedenken, dass wir irgendetwas falsch machen“, so Sonja Nowak.

Das Strandbad in Arendsee ohne Eintritt zu betreiben, sei angesichts der wirtschaftlichen Situation nicht machbar. Die Position Strandbad in der GmbH sei defizitär, die Eintrittsgelder deckten nur einen Teil der enormen Kosten, hieß es. Und so wird auch in Zukunft Eintritt im Strandbad verlangt.

An der Nordsee wird überlegt, wie die Gäste bei wegfallendem Eintritt zur Kasse gebeten werden. So etwa über die Erhöhung der Kurtaxe. Ein viel diskutiertes Thema in Arendsee. Aber: Es bleibt ja in der Seestadt alles wie es war – Eintritt und Kurtaxe.

Von Harry Güssefeld

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