AZ sprach mit dem Vorsitzenden des Klädener Karnevalsclub Christian Streiter

Gibt es wirklich dieses närrische Fieber?

+
KKC-Vorsitzender Christian Streiter (l.) mit seinem Gefolge. In drei Wochen geht es wieder los. Die drei tollen Tage stehen an. Die AZ sprach mit dem Ober-Karnevalisten über den Erfolg und die Auswirkungen des kleinen Wahnsinns.

Kläden. 60 Jahre Klädener Karneval. Die AZ sprach mit dem Vorsitzenden des Klädener Karnevalsclub, Christian Streiter, über den andauernden Erfolg und die Zukunft.

AZ: Gibt es das närrische Fieber und warum sind davon in Kläden so viele befallen?

Christian Streiter: Ja, diese Krankheit tritt insbesondere in Kläden auf, es gibt kein Gegenmittel. Man muss es einfach ausleben, dann kann man es lindern. Mehr nicht.

AZ: Wieviele Aktive ihres Vereins sind davon befallen?

Christian Streiter: In jeder Saison 75 bis 100, dazu kommen die Gäste der Veranstaltungen, die sich garantiert auch ohne Körperkontakt anstecken.

AZ: Was ist der Grund für diesen nun schon 60 Jahre andauernden Erfolg?

Christian Streiter: Weil wir auch zu DDR-Zeiten schon unseren Ideen freien Lauf ließen, weil wir Spaß haben und das in der Gemeinschaft.

AZ: Gibt es ein Rezept für diesen Erfolg?

Christian Streiter: Wir halten an der Tradition fest, an einem Elferrat, an einem Prinzenpaar und einer Garde. Und an Sketchen, die im Dorf entstehen, seine Geschichten erzählen.

AZ: Es gab schon mal Gedanken, sich auch aus wirtschaftlichen Gründen vom Kinderkarneval zu trennen ...

Christian Streiter: Niemals. Die Kaderschmiede des Karnevals wird es weiter geben. Mit positiven Folgen auch für die Kinder. Ein Karnevalist hat Selbstvertrauen, kann sich durchsetzen.

AZ: Schauen die Klädener manchmal in die Regionen, in denen der Karneval eigentlich zu Hause ist?

Christian Streiter: Der Karneval ist in Kläden zu Hause. Und wir schauen nicht nach Köln, weil wir wissen, was wir können. Wir brauchen nicht die große Politik auf unserem Saal, wir widmen uns dann mehr der Kommunalpolitik. Karneval ist im Rathaus Arendsee das ganze Jahr, könnte man glauben.

AZ: Sind Karnevalisten glückliche Menschen?

Christian Streiter: Ein ganz klares Ja. Nicht nur, weil der Narr seine Nachbarin küssen darf, was er sonst nicht wagen würde. Aber auch so, die Vorfreude auf den Karneval, dauert das ganze Jahr an. Also ist Karneval auch eine Therapie gegen Missmut und Traurigkeit.

AZ: Es gab Versuche, den Karneval zu exportieren. Wie denkt der Elferrat darüber?

Christian Streiter: Wir werden den Karneval als Ganzes nicht exportieren, wir werden nicht auf andere Säle ziehen. Dennoch: Wenn gewünscht, werden wir an Umzügen teilnehmen. Und: Das Männerballett wird auch in diesem Jahr am Wettbewerb in Stendal teilnehmen. Unser „Hüftgold“ hat das Zeug dazu.

AZ: „Imi-Ata“ heißt der Schlachtruf der Klädener...

Christian Streiter: Und der Kraatzer, denn sie gehören dazu, denn schließlich heißt der Schlachtruf „Kläden und Kraatz, Imi-Ata“

AZ: Können Sie etwas von dem Programm verraten, das uns im Februar erwartet?

Christian Streiter: Ehrlich gesagt nein. Wir müssen auch nicht zuviel wissen, denn die Zeit ist vorbei, wo wir ganze Texte zum Rat des Kreises einreichen mussten. Damals wurde so viel gestrichen, so dass die Gruppen einfach etwas aufschrieben, was gehört werden wollte. Am Abend platzte so manche Bombe. Das gab Ärger.

AZ: Wie lange wird es den Karneval noch geben?

Christian Streiter: Ich hoffe, weitere 60 Jahre. Das Potential hätten wir, nur gehen auch viele Menschen weg. Doch zum Karneval sind sie wieder da, bringen sich ein, das macht uns als ganzen Verein stolz und eben glücklich.

AZ: Ist auch eine Nachfeier geplant?

Christian Streiter: Erst einmal geht es vom 8. bis 10. Februar rund. Eine Nachfeier wird es nicht geben, dafür planen wir am 9. März eine Feier, in denen die Frauen eine große Rolle spielen. Die Gäste sollen sich überraschen lassen.

Von Harry Güssefeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare