Sachverständiger: „Immissionsprognose für Schweineanlage ist fehlerhaft“

BI gibt Alarm: Ammoniak belastet Binde enorm

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Die Schweineanlage bei Binde im August 2014. Die Bürgerinitiative will erreichen, dass die Zahl der Schweine drastisch reduziert wird, um den Gestank im Ort selbst zu reduzieren. Neue Untersuchungen belegen die Immissionen.

Binde. Für Stadträtin Petra Hennigs ist das Schreiben, das sie in den Händen hält, ein weiterer Beweis dafür, dass die Bürgerinitiative, der sie angehört, nicht aufhören kann, dem Schweinezüchter Adrian Straathoff Paroli zu bieten.

Mit Unterstützung der Stadt Arendsee, der BI und mit Auftrag des für die BI tätigen Rechtsanwalts Peter Kremer hat der Sachverständige für Immissionsschutz, Knut Haverkamp, die „Immissionsprognose für die Anlagen zum Halten und die Zucht von Schweinen“ aus dem Jahr 2005 unter die Lupe genommen und Kontrollrechnungen angestellt.

Fazit: Die immissionsprognose enthält eine Reihe von schweren Fehlern, heißt es im Schreiben Haverkamps an Kremer. Diese Fehler würden das Berechnungsergebnis massiv beeinflussen, „indem sie eine erhebliche Unterschätzung der Immissionsbelastungen herbeiführen“. So würden beispielsweise bei allen Ställen Abluftgeschwindigkeiten in Ansatz gebracht, die geringer als sieben Meter pro Sekunde sind, „die aber schon nach damaligen Verhältnissen nicht hätten angesetzt werden dürfen. Zudem seien bei sechs Ställen die Austrittsflächen der Schornsteine aufaddiert, sodass „der Ausbreitungsberechnung ein unsachgemäß starker impuls zugrunde liegt“. Der Sachverständige hatte somit eine Nachberechnung angestellt. Basierend auf den Wetterdaten der Station Gardelegen von 2007.

Von Harry Güssefeld

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