Ambitionierte Ziele stoßen auf Skepsis

Gespräch am Arendseer Bahnhof mit DRE, Bürgermeister und Politik

Arendsees Bürgermeister Norman Klebe (l.) mit Bundestagsmitglied Matthias Höhn (2.v.r.) am Bahnhof.
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Arendsees Bürgermeister Norman Klebe (l.) mit Bundestagsmitglied Matthias Höhn (2.v.r.) am Bahnhof.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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In einem Leserbrief an die AZ Mitte April hatte Einwohner Tom Klein bemängelt, noch immer keine Antwort auf seine Nachfrage erhalten zu haben, wie sich die Stadt Arendsee zur Bahn positioniere. Einige Wochen später hat sich nun allerdings Bürgermeister Norman Klebe mit Politikern der Links-Partei und einem Vertreter der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) am Bahnhof der Seestadt zu einem Informationsgespräch über die Zukunft der Strecke Salzwedel-Geestgottberg getroffen.

Arendsee – Klebe forderte von der DRE mehr Greifbares. Es hätte in der Vergangenheit einige Treffen gegeben, aber sich seitens der DRE nicht viel getan. Gleichzeitig bekräftigte er das Interesse der Stadt, dass sich auf der Schiene etwas bewegt.

Michael Schrader, besagter Bahn-Vertreter, verwies auf schwierige Verhandlungen der DRE mit dem Eigentümer, der Deutschen Bahn, über den Kauf der Strecke. Die DRE habe noch einen Pachtvertrag bis 2026.

Bis dahin sollen längst wieder Züge auf der gesamten Strecke fahren, gab Schrader als ambitioniertes Ziel aus. Ein Triebwagen soll angeschafft und Spenden gesammelt werden. Der Abschnitt von Salzwedel bis Kläden sei befahrbar, außerdem vermessen worden. Für Arendsee-Geestgottberg liege hingegen keine Erlaubnis vor; die Strecke sei demnach im Bauzustand. Dazu komme eine beschädigte Stelle in der Nähe der Arendseer Bockwindmühle.

Matthias Höhn, Bundestagsmitglied der Linken, der sich in Arendsee auf Frühjahrstour befand, konnte als Außenstehender unvoreingenommen an die Sache herangehen. Aber er staunte, als der DRE-Vertreter von geplanten Zugfahrten ab dem kommenden Jahr sprach. Bahnstrecken würden nicht so schnell saniert, gab er zu bedenken. Und fragte nach, ob denn schon angesichts des erheblichen Investitionsbedarfs angefangen worden sei. „Es hat sich weder ein Gleis bei Harpe wiederangefunden noch wurde eine Brücke bei Geestgottberg saniert“, hatte Bürgermeister Klebe seine eigene Ansicht dazu.

Höhn wollte von Schrader wissen, ob den Bahnleuten irgendetwas im Weg stehe. Für Draisinenfahrten werde jedenfalls kein Bundesgesetz geändert. Der DRE-Mann nannte daraufhin die seiner Meinung nach mangelhafte Förderung nicht staatlicher Bahnen und verwies wiederum auf den geplanten Kauf der Bahnstrecke.

Der Bundestagsabgeordnete hatte sich am Ende einen Eindruck von der Situation gemacht. Er sei angesichts der vielen Baustellen skeptisch, ob nächstes Jahr etwas auf den Schienen fahre. Und: Wäre die Strecke rentabel, würde die Deutsche Bahn sie selbst betreiben wollen.

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