Erneuerbare Energien

Arendsee: Scharfe Kritik bei Vorstellung des Solarparks Lüge vor dem Ortschaftsrat

Ansicht der Fläche in Lüge, wo der Solarpark entstehen soll
+
Ansicht der Fläche, wo der Solarpark entstehen soll

Am Dorfrand von Lüge soll ein Solarpark entstehen.  Der Besitzer will seinen landwirtschaftlichen Betrieb damit angesichts geringer Milchpreise und Hitzeperioden stabiler aufstellen.

Mit Hochglanzfotos, auf denen Blumenwiesen vor einer Solaranlage stehen, warb am Donnerstagabend die Firma WPD im Ortschaftsrat für ein Vorhaben in der Ortslage Lüge. Unmittelbar am Dorfrand in Richtung Brunau, hinter dem Gerätehaus, soll auf einer rund 15 Hektar großen Fläche ein Solarpark entstehen, der viel Strom liefern soll. Die Initiatoren warben mit der Tatsache, dass die Bevölkerung dafür keine EEG-Umlage zahlen muss, weil die Anlage ohne Förderung entstehen soll.

Doch was hätte die Bevölkerung in Lüge davon, begann sofort eine heftige Diskussion. Wortführer der Gegner der Anlage war Manfred Hensel – er selbst beschrieb sich als Rückkehrer in sein Heimatdorf, um Ruhe und Natur zu genießen. Er sehe in der Überbauung einer landwirtschaftlichen Nutzfläche einen Frevel. Und die Ankündigung, unter den Solarplatten könnten Schafe grasen, sah er als Augenwischerei. Zielperson seiner Kritik an dem Vorhaben war der Geschäftsführer der Agrar GmbH Jeetze, Steffen Reinecke. „Ich kann nicht verstehen, dass ein Landwirt so etwas tut. Es wird nur wegen Geld gemacht. Und so keine Rücksicht genommen“, sagte der Wortführer der Gegner, die sich im Gerätehaus Lüge, dem Veranstaltungsort, eingefunden hatten. Ja, es gehe auch um Wirtschaftlichkeit, betonte Steffen Reinecke. Es gehe darum, den Betrieb so zu führen, dass angesichts der letzten trockenen Jahre genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stünden, um der Verantwortung für die Belegschaft nachkommen zu können. Man wolle sich angesichts der Situation der geringen Milchpreise und Hitzeperioden breiter aufstellen, erklärte er gestern der AZ. Die Kritik an dem Vorhaben bezeichnete er als gerechtfertigt, aber dennoch überzogen. „Die generelle Unzufriedenheit über die aktuelle Energiepolitik mit dem Vorhaben in Lüge zu verknüpfen, das gehe zu weit“, sagte der Landwirt gestern.

Die Kritiker verließen den Versammlungsort, nachdem Fleetmarks Ortsbürgermeister Jörg Kratz die Ausführungen Manfred Hensels unterbrach. Mit dem Hinweis, es handele sich erst einmal um eine Vorstellung des Projektes. Er könne sich vorstellen, dass der Vorhabenträger noch einmal eine Infoveranstaltung organisieren würde.

Die Anlage werde so aufgebaut, dass sie Schafe unterlaufen könnten – also mindestens 80 Zentimeter vom Boden keine Anlagenteile montiert werden. Die Höhe der Anlage wird mit rund zwei Metern angegeben. Von den 15 Hektar werden 12 Hektar überbaut. Die Leistung der Anlage wurde am Donnerstag mit rund 14 Megawatt pro Jahr angegeben. „Die Abgrenzung und der Sichtschutz werden durch Hecken erreicht“, erklärte WPD-Regionalleiter Bernhard Krede in Lüge. Und dass nur 0,06 Prozent – durch die Stützen – direkt und ohne Fundament bebaut werden, wurde auch betont.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare