Jagd auf dem Leppiner Berg

Genziens Revierpächter Daniel Richter ist hinter einem Müllsünder her

Jagdpächter Daniel Richter steht in seinem Genziener Revier vor einem großen Müllhaufen.
+
Jagdpächter Daniel Richter steht in seinem Genziener Revier vor einem großen Müllhaufen. Er ist sich sicher: Da modernisiert jemand sein Haus und entsorgt die Altsubstanz.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
    schließen

Der Ärger ist Daniel Richter förmlich im Gesicht anzusehen. Seit rund eineinhalb Wochen ist der Leppiner auf der Jagd nach jemandem, der offenbar nachts große Mengen Abfall in seinem Revier entsorgt.

Leppin / Genzien – „Langsam nervt es“, erklärt Richter, zugleich Jagdpächter, gegenüber der AZ. Jeden Tag sind er oder einer seiner Begehungsscheininhaber auf dem Leppiner Berg unterwegs. Vier Tage lang sei allein der große Haufen, versteckt hinter dichtem Brennnesselbewuchs, angewachsen. Dachpappe, bestrichenes Holz, Fenster, Auslegware und eine Regentonne haben sich mittlerweile angefunden. „Eindeutig eine Haussanierung“, ist sich Daniel Richter sicher. Etwa hundert Meter weiter lagert Bauschutt.

Richter, der 2020 das 732 Hektar große Genziener Jagdrevier übernommen hat, will in seinem Areal für Sauberkeit sorgen. So sehr, dass er dafür auch eigene Kosten in Kauf nehme. Im Frühjahr habe es bereits eine große Reinigungsaktion gegeben. Müll gebe es im ganzen Revier, sagt Daniel Richter. Der übliche Abfall, alles überschaubar – „Handgepäck“, meint der Jäger aus Leppin.

Doch die jüngsten Müllberge übersteigen das deutlich. Dafür bräuchte er eigentlich einen Container.

Das Fahrzeug des mutmaßlichen Täters hat er mit einer Wildkamera aufgezeichnet. Hamburger Kennzeichen; muss aber nicht zwangsläufig ein Auswärtiger sein, erklärt Richter der AZ. Einmal habe er denjenigen nachts erwischt – doch die Spur verlor sich bei Höwisch.

Daniel Richter will sich weiterhin auf die Lauer legen und nebenbei Wärmebildtechnik einsetzen. Entweder kann er den Müllsünder ergreifen, oder dieser wird durch die Öffentlichkeit nun abgeschreckt. Beides wäre dem Jagdpächter wohl recht.

Eines hofft Richter: dass der Täter nicht aus der Nachbarschaft, etwa aus Genzien, stammt. Dann käme zum Ärger Enttäuschung hinzu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare