Seniorenbetreuung kritisiert / Mehr Geld für Sport und Jugend notwendig

Gemeinschaftshäuser kommen auf den Prüfstand

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Rademin (rechts) gehört zu den modernsten seiner Art in der Einheitsgemeinde Arendsee. Gemeinsam mit allen anderen Einrichtungen soll auch diese Einrichtung genau unter die Lupe genommen werden.

Arendsee. Noch deutlicher hatte kein Ausschuss zuvor die Dorfgemeinschaftshäuser in den Ortsteilen auf den Prüfstand stellen wollen:

Der Sozial- und Kulturausschuss hat sich angesichts der wenigen Mittel für Sport und Jugend im Haushaltsausschuss darauf geeinigt, die Dorfgemeinschaftshäuser unter die Lupe zu nehmen. „Ich schlage vor, dass die Einnahmen der Häuser sowie die Verwendung und Nutzung durch die Vereine im Jahr 2011 aufgelistet und diskutiert werden“, so Ordnungsamtsleiter Andreas Koch am Donnerstagabend im Rathaus. Die Mitglieder waren sich darüber hinaus auch einig, dass Häuser, die kaum genutzt werden, nur Kosten verursachen und geschlossen werden müssten. Zugunsten des Sports und der Jugend in der Einheitsgemeinde, wie auch Ausschussvorsitzender Thomas Schlicke vorschlug. „Dass das Dorfgemeinschaftshaus der Mittelpunkt des Ortes ist, stimmt schon lange nicht mehr. Wir heizen dort und haben manchmal nur 300 Euro Einnahmen“, schimpfte Koch. Man müsse jetzt den Mut aufbringen, über die Schließung und den Verkauf zu reden. Ansonsten stecke die Stadt Geld in Häuser, die nicht gebraucht werden.

Das eingesparte Geld werde dringend benötigt. Im Rahmen der Sitzung waren die Ausgaben für die Sportanlage in Mechau wieder einmal in die Kritik geraten. Horst Bretschneider aus Kaulitz forderte eine Gleichbehandlung aller Vereine in der Region. Doch dem wollten nicht alle folgen. Beachtenswert war dabei die Argumentation von Bürgermeister Norman Klebe und Andreas Koch. „Wir müssen sehen, woher die Anlagen kommen“, sagte Koch vor dem Gremium. Der Aufbau und die Pflege einer Landesliga-Mannschaft koste viel Geld, mehr als das Aufrechterhalten einer Kreisklasse-Mannschaft.

Bretschneider hatte zuvor auch die Unterstützung der Bundesligakegler aus Binde gefordert. „Wir holen sie vor den Stadtrat, verteilen Blumen und sind stolz auf die Sportler. Aber mehr haben wir nicht übrig“, so der Kaulitzer. „Beschämend, was wir und als Stadt gegenüber den Keglern aus Binde leisten“, unterstrich Koch das Ansinnen Bretschneiders.

Dass eingespartes Geld aus den Dorfgemeinschaftshäusern für Jugend und Sport ausgegeben werden soll, ist das eine. Auch die Gelder für die Seniorenbetreuung müssten auf den Prüfstand, so Hans-Georg Kempcke. An die Orte, in denen ab dem 70. zu jeden Geburtstag gratuliert wird, appellierte er, diese Praxis aufzugeben und in Fünfjahres-Abständen zu gratulieren. „Alles muss auf den Prüfstand und wir dürfen uns nicht scheuen, auch unangenehme Dinge anzupacken.

Die Verwaltung wurde indes beauftragt, die Nutzung der Gemeinschaftshäuser und eventuelle Erlöse daraus aufzulisten und dem Ausschuss in Kürze vorzulegen.

Von Harry Güssefeld

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