Gegen den Trend

Höwischer Ortsrat lehnt Solarparkpläne ab

Der angedachte Solarpark in Höwisch als Visualisierung.
+
Der angedachte Solarpark in Höwisch. Der Abstand vom Ort war bereits auf 750 Meter ausgewiesen. Doch auch das überzeugte den Rat nicht.

Es war keine Überraschung am Donnerstagabend im Höwischer Gemeindehaus. Aber dass die Abstimmung des Ortschaftsrates über das geplante Solarpark-Vorhaben einstimmig ausfiel, war dann doch eine. Die Meinung: Höwisch brauche keinen Solarpark, weil der Ort schon viel für die Energiewende geleistet hat. Mit Windkraftanlagen.

Höwisch – „Auf der Welt hungern viele Menschen und hier werden landwirtschaftliche Flächen zugepflastert“, argumentierte Ortschaftsrätin Sabine Ernst. Um auch ganz sicherzugehen, dass es keine andere Lösung geben werde, auch keinen kleineren Park, wurden in der Beschlussfassung gleich jegliche alternative Überlegungen ausgeschlossen.

Am 11. September hatten die Investoren in Höwisch im Rahmen eines Sommerfestes im Ort das Vorhaben vorgestellt (wir berichteten). Von 52 Hektar an der Straße nach Gagel war die Rede, später dann von 47 Hektar. Weil man den Kritikern entgegenkommen wollte und den Abstand von zunächst 500 Metern vom Ort auf 750 Meter änderte. Auch der Vorschlag, eine Hecke drumherum zu pflanzen, um den Menschen den Anblick zu ersparen, nützte nichts. Schon am 11. September war die Meinung im Ort: Wir wollen das nicht. Und so stellt sich der Ortschaftsrat in Höwisch nun gegen den Trend: Während in Rademin und in Neulingen die Zeichen auf Grün stehen und die Solarparks sicherlich gebaut werden, will Höwisch nicht mitmachen.

Ratsmitglied Thomas Schermer hatte angesichts der aktuellen Kampagne für alternative Energien vorgeschlagen, alle möglichen Dächer mit Photovoltaikanlagen zu versehen. Und noch besser: Rund fünf Hektar des Arendsees könnten mit Solaranlagen überbaut werden. „Das sind nur zehn Prozent der Wasserfläche, das ginge“, machte er klar. Er selbst sehe die derzeitige Entwicklung kritisch. Investoren reisten durch die Lande und machten sich den teils rechtsleeren Raum zunutze. Das sei eine Entwicklung, die nachdenklich stimme.

In Höwisch geht man nun davon aus, dass sich die städtischen Gremien wie Bauausschuss und Stadtrat nicht mehr mit dem Thema befassen. Denn, so erklärte Ortsbürgermeister Frank Schumann, er wisse nichts von einem konkreten Antrag der Investoren. Bislang sei es ja nur eine Idee gewesen. Die Anreize der Investoren – günstigerer Strom vor Ort oder eine Beteiligung – nutzte in Höwisch nichts.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare