Wildvogelrastgebiet

Geflügelpest: Kreis rät zur Vorsicht – Arendsee besonders gefährdet

Arendsee – Der Altmarkkreis Salzwedel rät wegen der Geflügelpest zu erhöhter Vorsicht. Der Vogelzug ist voll im Gang und dürfte in den kommenden Wochen noch weiter zunehmen. Dies begünstigt die Ausbreitung der Geflügelpest, wie der Landkreis mitteilt.

Um zu verhindern, dass der Erreger auf Haus- und Nutzgeflügel überspringt, sind alle privaten und gewerblichen Geflügel- und Vogelhaltungen angehalten, ihre Biosicherheitsmaßnahmen sorgfältig einzuhalten. Das gilt auch für private Kleinsthaltungen.

Sicherheitshalber in den Stall

Wie das örtliche Veterinäramt mitteilt, sollten Geflügelhalter dafür sorgen, dass weder sie selbst noch ihre Tiere Kontakt zu Wildvögeln haben.

Nutzgeflügel sollte kein Wasser aus offenen Gewässern trinken, Futter und Einstreu sowie Gerätschaften sollten so gelagert werden, dass sie für Wildvögel nicht zugänglich sind. Zudem sollten Geflügelställe nur mit sauberem Schuhwerk betreten werden und die allgemeine Personalhygiene eingehalten werden.

Zahlreiche Fälle an der Nord- und Ostseeküste

Um zu verhindern, dass der Erreger in die Nutzgeflügelbestände des Altmarkkreises Salzwedel gelangt, empfiehlt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Nutzgeflügel vorläufig ganztägig im Stall zu lassen. Das gilt insbesondere in den Wildvogelrastgebieten um den Arendsee und im Bereich des Drömlings.

Bei der letzten Vogelgrippe-Krankheitswelle in Deutschland und Europa im Winter 2016/2017 gab es eine Stallpflicht über mehrere Wochen.

Anlass für den Aufruf sind zahlreiche Fälle der hochgradig ansteckenden Form der Geflügelpest HPAIV H5, die bei Wildvögeln seit Ende Oktober im norddeutschen Raum, insbesondere entlang der Nord- und Ostseeküste, aufgetreten sind. Kürzlich wurden Schleswig-Holstein viele hundert tote Wildvögel gefunden.

Am 9. November wurde die Geflügelpest erstmals in einem Hausgeflügelbestand im Landkreis Segeberg diagnostiziert. Auch in den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich gibt es Ausbrüche in Nutzgeflügelbeständen.

Für Menschen nicht ansteckend

Das Friedrich-Löffler Institut (FLI) warnt gegenwärtig vor einem hohen Risiko, dass weitere Zugvögel das HPAIV H5 nach Deutschland einschleppen, es sich unter Wasservögeln ausbreitet und von dort auch auf Nutzgeflügel übergreift.

Erkrankungen des Menschen an dem derzeit grassierenden Virus H5N8 sind bislang laut FLI nicht nachgewiesen worden. Die Gefahr, dass das Virus auf den Menschen überspringt, wird deshalb als gering eingestuft. Dennoch sei es ratsam, alle Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit Vögeln, Geflügel und Geflügelfleisch uneingeschränkt zu beachten, warnt das Veterinäramt. Denn Geflügel könne auch andere Erreger tragen.

Zu den erforderlichen Hygienemaßnahmen hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ein Merkblatt herausgegeben.

Fragen beantwortet auch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Altmarkkreises Salzwedel, Karl-Marx-Straße 32, unter Tel. (0 39 01) 84 04 16 oder (03 901) 84 04 24. (Von Beate Achilles)

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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