Aufräumarbeiten dauern noch Wochen

„Die Gefahr ist nicht vorbei“: Neugierige ignorieren Baumrisiken am Arendsee

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Auch wenn der Seeweg an einigen Stellen frei ist, zeigt ein Blick in die Kronen: Nicht alle Äste sind in Ordnung.

Arendsee. Diese Szenen gab es im Zuge der Aufräumarbeiten nach Sturm Xavier: Fachleute, die mit Schutzausrüstung voll konzentriert bei den schwierigen Sägearbeiten am Ufer des Arendsees zu tun hatten und plötzlich eine Hand auf ihrer Schulter spürten.

Ausgelöst wurden die unerwarteten Situationen von ungeschützten Passanten, die mit den Arbeitern mal eben einen Plausch halten wollten.

Das ärgert Arendsees Bürgermeister Norman Klebe. „Die Gefahr ist nicht vorbei“, erklärte er gegenüber der Altmark-Zeitung. Denn nicht nur das Stören von Fachleuten, die mit einer laufenden Kettensäge zu tun haben, birgt Risiken. Noch hängen etliche lose Äste von den Bäumen, andere Gehölze wurden entwurzelt. Die Stadt reagierte, hat gefährliche Stellen mit Flatterband abgesperrt. Doch dieses wird ignoriert und wurde zum Teil bereits abgerissen. Generell gilt: Der Seeweg sollte derzeit nicht betreten werden, rät die Einheitsgemeinde Arendsee.

Am Rande der Altmark-Kaninchenschau war am Sonnabend von „Katastrophen-Touristen“ die Rede, die extra in den Luftkurort kommen, um sich die Sturmschäden anzuschauen. Doch noch können geschädigte Gehölze zusammenbrechen und Menschen verletzen. Die Aufräumarbeiten sind längst nicht abgeschlossen, dauern nach Schätzungen sechs Wochen.

Allein im südlichen Uferbereich der „blauen Perle“ hat es rund 120 Bäume erwischt. „Dabei handelt es sich nicht um dünne Stangen, sondern um zum Teil massive Eichen“, beschreibt Norman Klebe. Der städtische Wirtschaftshof bekommt Hilfe von der Forst, dem Technischen Hilfswerk sowie privaten Experten. Der Bürgermeister hofft nun, dass Unbeteiligte den Seeweg vorerst meiden und die Arbeiter bei ihrer Tätigkeit in Ruhe lassen. Entsprechende Warnhinweise hängen inzwischen.

Von Christian Ziems

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