Rainer Rippl aus Höwisch mit Ideen für eine „soziale Landwirtschaft“

Geben und Nehmen: Landwirt sucht neue Wege

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Rainer Rippl aus Höwisch will bei der Vermarktung seiner Produkte andere Wege gehen.

Arendsee. In der Region ist Rainer Rippl als Landwirt und Produzent von Gemüse bekannt. Auch auf dem Arendseer Wochenmarkt bietet er seine Produkte an, unter anderem selbst erzeugtes Gemüse.

Doch die Zeiten, in denen der kleine Erzeuger davon leben kann, sind nach Aussagen des Höwischers längst vorbei. „Ein wichtiger Grund liegt darin, dass die Menschen ihre Einkaufsgewohnheiten verändert haben. Sie nutzen die Supermärkte, und dazu kommt, dass das Klientel, die älteren Menschen, die beim Erzeuger kaufen, immer weniger wird“, erzählt der Landwirt.

Sicher weiß er, dass ein Unternehmen nur funktionieren kann, wenn der Absatz der Produkte klappt. „Unser Zwei-Personen-Hof hat in der letzten Zeit oft umsonst produziert, wir sind gezwungen, uns neu zu orientieren“, sagt Rippl etwas mitgenommen. Die Idee: Das was er produziert, wird auch direkt abgenommen. „Lebensmittel sind keine Modeerscheinung. Kartoffeln, Salat, Gemüse aller Art werden immer gebraucht“, macht Rippl klar.

Einst wollte die Politik den Kleinerzeugern unter die Arme greifen. Er erinnert sich noch gut an den pressewirksamen Termin vor vielen Jahren, bei dem Landtagsabgeordnete die glorreiche Idee der Direktvermarktung hatten. Doch auf Projekte dieser Art will Rippl nicht hoffen. Er sucht seinen eigenen Weg, zugegeben gibt es ihn vereinzelt schon. Das Zauberwort heißt soziale Landwirtschaft. Hintergrund ist, dass Erzeuger und interessierte Kunden eine Art Einheit bilden – die Abnehmer somit Anspruch auf ihre Erzeugnisse haben, und der Landwirt planen kann. „Ja, es mag nach Planwirtschaft klingen, aber sie muss ja nicht schlecht sein“, meint Rippl.

Einen Namen für sein Vorhaben gibt es auch schon. „SoLaWi Vernunftslandwirtschaft Arendsee“ könnte es heißen. „Die Idee könnte dazu führen, zwischen 150 und 200 Kunden über das Jahr hinweg mit Produkten entsprechend einer zu erarbeitenden Anbauliste zu versorgen“, meint Rippl. Der Vorteil für den Kunden liege auf der Hand: Man wisse wohl, wo die Produkte wachsen, könne selbst Einfluss auf Wunsch-Gemüse haben, ohne selbst den Spaten in die Hand zu nehmen. Oder doch? „Wer in dieser Form mit uns zusammen etwas bewegen möchte, der kann sich natürlich auch selbst mit einbringen“, so Rippl. Wie, das sei im Einzelnen abzustimmen.

Bohnen, Gurken, Sellerie Kohl, Aubergine und vieles mehr, Rippl will weiter in der Landwirtschaft arbeiten, und mit seinen Kunden zusammen in der Region wirken. Interessenten können sich bei ihm melden. Eine E-mail-Adresse ist bereits eingerichtet worden: Anfragen, Hinweise, Tipps an vernunftslandwirt.arendsee@gmail.com

Von Harry Güssefeld

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