Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Gäste aus der polnischen Partnergemeinde Wydminy vergleichen Arendsee mit der Heimat

Geselliger Abend auf der „Queen“ am Donnerstagabend, 16. September 2021: Radoslaw Krol (stehend l.), Bürgermeister der Partnergemeinde Wydminy, und Arendsees Oberhaupt Norman Klebe (daneben) halten eine gemeinsame Ansprache.
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Geselliger Abend auf der „Queen“ am Donnerstagabend: Radoslaw Krol (stehend l.), Bürgermeister der Partnergemeinde Wydminy, und Arendsees Oberhaupt Norman Klebe (daneben) halten eine gemeinsame Ansprache.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Die Sehnsucht nach der Partnergemeinde Arendsee muss so groß gewesen sein, dass die polnische Delegation aus Wydminy am Donnerstag schon deutlich eher angereist war, als im Protokoll vorgesehen. Aber Bürgermeister Norman Klebe hatte die Situation schnell im Griff und führte die Gäste, darunter seinen Amtskollegen Radoslaw Krol, durch die Gemeinde.

Arendsee / Wydminy – Abends folgte ein Ausflug über den See – mit Vertretern der Stadt und der Perlenprinzessin. Auch wenn sich Polen und Deutsche mit der Verständigung manchmal schwertaten, bei den Getränken war mit Hochprozentigem schnell eine gemeinsame Sprache gefunden worden.

Einen Tag später, am Freitag, stellten sich die Gäste aus dem Nachbarland den Fragen der AZ. Sie waren gut vorbereitet auf die Altmärker, hatten polnischen Baumkuchen mitgebracht.

Die alten, schönen Häuser, Kloster und Kirche sowie der See haben die Delegation beeindruckt, sagte Radoslaw Krol. Die Architektur sei ähnlich, auch die große Anzahl an Ortsteilen. Kleiner Unterschied: Zu Wydminy gehören 21 Seen.

In Sachen Digitalisierung sind die Polen den Deutschen meilenweit voraus. Das betonte Norman Klebe auch am Freitag wieder. Sein polnischer Kollege habe kaum noch Papier im Rathaus. Und dieser ergänzte: Auf dem PC sehe er alles, was erledigt ist und was noch nicht.

Viel Wert legen die Menschen in Wydminy offenbar auf ihre Bildungsstätten. Die Schulen seien schnell mit Internet versorgt worden; digitale Tafeln gehören längst dazu. Außerdem gibt es beruhigendes Licht, erläuterte Radoslaw Krol. Bedeutet: Im Unterricht werden lediglich Sitzplatz und Tafel angeleuchtet. Sie würden immer schauen, dass für die Nachwuchsausbildung genügend Geld da ist. Wer keine Kredite habe oder Schulden, der arbeite nicht richtig, vertrat der polnische Bürgermeister einen überaus pragmatischen Standpunkt.

Die AZ wollte noch wissen, wie die Partnerschaft auch für die Bürger erlebbar gemacht werden könnte – die Gemeindeoberhäupter hätten sich ja nun gut genug kennengelernt. Jugendaustausch oder Klassenfahrten wären eine Möglichkeit, hieß es. Erst mal kleine Schritte, meinte Radoslaw Krol.

Eine Gelegenheit haben Arendsee und Wydminy übrigens bislang nicht genutzt: Weder in der einen noch in der anderen Gemeinde gibt es eine nach dem jeweiligen Partner benannte Straße.

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