Verwaltung kennt das Problem

Friedhofszaun in Schrampe ist marode: Rehe fressen den Grabschmuck

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Die Stiefmütterchen sind teilweise abgefressen. Der Zaun ist marode.

Schrampe – Kaum sind die Stiefmütterchen gepflanzt, kommen die Wildtiere, vor allem Rehe, und fressen die Blumen ab. Nicht dass Helga Hinkelmann etwas gegen Rehe hat. Aber sie hat etwas dagegen, dass sie das Grab ihres Mannes heimsuchen.

„Es ist ein Ort, an dem man trauert und sich erinnert. Und da stören die abgefressenen Blumen schon“, sagt sie der Altmark-Zeitung.

In der Verwaltung hat sie bereits ihren Unmut kundgetan. „Der Zustand des Zaunes ist bekannt. Es würde aber dauern“, habe man ihr gesagt. Es sei ja schön, dass es einen Verein „Wir für Schrampe“ gebe, sagt sie. Aber die Hoffnung damit zu verbinden, dass dieser Verein städtische Aufgaben übernimmt, sei absurd.

Dass sie, wie im Rathaus behauptet, die erste Bürgerin sei, die sich beschwert habe, könne sie kaum glauben. Denn ein Blick über den Friedhof zeige, dass sich die Rehe auch an anderen Gräbern laben. „Anderen mag es egal sein, aber mir ist es das nicht“, sagt die pensionierte Oberrechnungsrätin.

Die Bürger zahlten Steuern. Und nicht wenig. Auch solche, die die Stadt verwenden könne. „Es kann nicht nur den Tourismus geben, es gibt auch noch Leute, die hier leben“, sagt sie. Prioritäten zu setzen heiße auch, das Leben in der Kommune zu regeln. Dazu gehöre, einen vernünftigen Zaun um den Friedhof zu bauen, meinte sie.

Denn mit Reparatur sei das nicht mehr zu leisten. Irgendwann hätte man versucht, den Zaun wieder aufzurichten, der aufgrund des Eigengewichtes auf den Boden sinkt. Verrostet ist er und im Bereich der Trauerhalle so marode, dass die Tiere kein Problem haben, den heiligen Acker zu betreten.

Und Helga Hinkelmann sieht noch einen anderen Grund, warum die Wildtiere den Friedhof als Fressstelle entdeckt haben. Eicheln liegen auf dem Boden. Irgendwann kommen die Wildschweine und wühlen sich von Grab zu Grab, sagt sie.

VON HARRY GÜSSEFELD

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