Vorfall bei Leppin / Jagdpächter wurde Zeuge und rief die Polizei

Im fremden Revier gewildert

Der offenbar im fremden Revier erlegte Rehbock. Für diesen Vorfall gibt es einen Zeugen, der betroffene Jäger ist offenbar geständig. Die Kripo ermittelt wegen Jagdwilderei. Foto: privat

Leppin. Die Polizei ermittelt in einem Fall von Jagdwilderei gegen einen Jäger. Dieser soll am Abend des 25. August einen Rehbock vom Haverländer Reviers aus erlegt haben. Das Tier soll sich aber im benachbarten Leppiner Revier befunden haben.

So erklärte es gestern Karl Schmitz, Jagdpächter in Leppin, der den Vorfall beobachtet hat und somit wahrscheinlich Zeuge einer Straftat wurde. „Reviere sind ganz klar zu akzeptieren. Wer so etwas tut, muss wegen Wilddieberei zur Verantwortung gezogen werden“, so Mario Schwarz, Jäger im Leppiner Revier, gestern gegenüber der AZ. Schmitz ist pensionierter Kriminalbeamter aus Nordrhein-Westfalen, war in seiner aktiver Zeit in Oberhausen auch für Jagddelikte zuständig. Er handelte schnell und setzte den mutmaßlichen Täter noch vor Ort fest. Die alarmierte Polizei befragte die Beteiligten.

Sollte sich der Tatbestand der Jagdwilderei (siehe Infokasten) erhärten, wovon die Leppiner ausgehen, drohen dem Jäger, der seit 56 Jahren zur Jagd geht, bis zu drei Jahre Freiheits- oder eine Geldstrafe. Nach Zeugenaussagen war er gegenüber der Polizei geständig. Das mochten die Beamten gegenüber AZ weder bestätigen noch dementieren. Sie verwiesen auf laufende Untersuchungen, erklärten aber, dass eine Anzeige vorliegt.

Laut Jagdpächter Karl Schmitz war der etwa dreijährige Bock nach dem Schuss sofort tot. Somit könne er nicht aus dem Haverländer Revier in seines gelaufen sein. „Das Reh stand vor der Schussabgabe in unserem Leppiner Revier und wurde dort auch gefunden“, stellt Schmitz unmissverständlich klar. Einfach mal im fremden Revier zu wildern, das könne nicht ignoriert oder unter den Teppich gekehrt werden, so Schmitz abschließend.

Von Harry Güssefeld

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