Flugplatz hat sich bewährt und kann bis mindestens 2020 genutzt werden

Freiheit in der Luft von Zühlen aus

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Burkardt Franke (Mitte) mit seinem Fliegerfreund Hans Bertram (l.) und Arendsees Bürgermeister Norman Klebe. Der Zühlener besitzt selbst zwei Ultraleichtflugzeuge, eines davon ist ein Doppeldecker. Der kleine Flugplatz wurde 2016 eröffnet.

Zühlen. Burkardt Franke hat sich einen Traum erfüllt und kann diesen weiter leben. 2016 wurde sein kleiner privater Flugplatz für Ultraleichtflieger in Zühlen eröffnet – zunächst für anderthalb Jahre befristet. „Die Bahn hat sich bewährt.

Ich habe die Genehmigung bis 2020 verlängern können“, freut sich der begeisterte Flieger im AZ-Gespräch und kann auf die Flugbehörde Sachsen-Anhalt bauen: „Die Zusammenarbeit klappt wirklich gut. “ Die 350 Meter lange sowie 30 Meter breite Start- und Landebahn ist für den Privatgebrauch gedacht, nach nötiger Anmeldung könnten in Ausnahmefällen aber weitere Flieger vorbeischauen.

Die Zühlener Landebahn (heller Streifen) von einem Flieger aus betrachtet. Diese kann von Burkardt Franke bis mindestens 2020 genutzt werden.

Jetzt im Frühling startet die neue Saison wieder. „Gerade wenn der Raps blüht, ist es besonders schön“, schwärmt Burkardt Franke und hat klare Ziele vor Augen. Er hält Kontakt zu Gleichgesinnten in Deutschland, darunter ein hauptberuflicher Jet-Pilot. Mit dessen Hilfe können immer wieder größere Touren organisiert werden. Die nötigen Anmeldungen für den diesjährigen Flug mit Doppeldeckern nach Kaliningrad ist fest eingeplant. Der Zühlener hat seine Lizenz seit 2003, benötigt alle zwei Jahren einen positiven Gesundheitscheck, damit sich diese verlängert. Im AZ-Gespräch verrät her: „Die Fliegerei ist gar nicht so teuer, wie manch einer meint. Der Kauf eines Ultraleichtflugzeugs ist durchaus mit einem Motorradkauf zu vergleichen.“

Burkardt Franke schätzt die Freiheit am Fliegen, wobei es natürlich auch im Luftraum feste Regeln gibt. Reisen, zum Beispiel in den Urlaub, lassen sich schneller absolvieren. „Vieles hängt natürlich vom Wind ab. Von Arendsee aus kann man mit einem Ultraleichtflieger aber durchaus in 1,45 Stunden auf der Insel Rügen sein. Auch der Ruhrpott ist nicht so weit entfernt“, weiß der Zühlener aus Erfahrung. Er hat mit seinen Freunden bereits viele Regionen erflogen. So landete er auf der Bahn nahe Rastenburg (heute Ketrzyn), von der einst Claus Schenk Graf von Stauffenberg nach dem Attentat auf Adolf Hitler startete. Und Burkardt Franke nutzte die Bahn von Tempelhof, eine Woche bevor dieser Berliner Flughafen geschlossen wurde: „Ich bin bis heute davon überzeugt, dass es ein Fehler ist, diesen Platz nicht mehr zum Fliegen zu nutzen.“ Umso glücklicher ist er, dass seine Bahn in Zühlen auch weiterhin genutzt werden kann. Wer mit ihm ins Gespräch kommen möchte, kann den traditionellen Flugtag in Klein Gartz am Himmelfahrtstag nutzen.

Von Christian Ziems

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