Immer mehr weibliche Einsatzkräfte verstärken die Freiwilligen Feuerwehren

Frauen am Strahlrohr

Tabea Schumacher mit einem Strahlrohr am Arendseer Löschfahrzeug – sie möchte ihr
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Tabea Schumacher mit einem Strahlrohr am Arendseer Löschfahrzeug – sie möchte ihr ehrenamtliches Engagement in einer der ältesten Wehren der Altmark weiter voran treiben.

Arendsee / Kläden. Nur 27 Prozent der Feuerwehren im Altmarkkreis Salzwedel sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit – da ist jede Verstärkung willkommen. Inzwischen helfen auch immer mehr Frauen mit. Von den 3525 aktiven Mitgliedern sind 524 weiblich.

Die AZ sprach mit einer Nachwuchskraft, die sich in Arendsee für die Hilfe am Nächsten einsetzt.

Tabea Schumacher wuchs in Kläden auf – und zwar direkt gegenüber dem Gerätehaus: „Darum war für mich schon früh klar: Ich möchte in die Feuerwehr.“ Nach dem Jugendbereich verstärkte die 20-Jährige die Frauengruppe im Dorf. Als diese immer kleiner wurde, schaute sich die Klädenerin um. In Arendsee fand sie eine neue Feuerwehrheimat. Sechs Frauen sind dort derzeit im aktiven Dienst. Bereits zu DDR-Zeiten gab es weibliche Unterstützung, vor allem bei der Vorbeugung von Bränden.

In einer der ältesten Wehren der Altmark, die 1866 gegründet wurde, stehen Frauen mit an vorderster Front. „Ich favorisiere den Bereich der Maschinisten nicht so sehr und sehe mich im Angriffstrupp“, weiß Tabea Schumacher genau was sie möchte. Nach der ersten Ausbildung, die sie dazu befähigt, bei Einsätzen mit zu helfen, ist noch längst nicht Schluss. Die 20-Jährige möchte als nächstes die Tests und Prüfungen bestehen, die zum tragen von Atemschutz nötig sind.

Für die junge Frau steht fest, dass sie sich voll und ganz in der Arendseer Wehr engagieren möchte: „So lange ich wie jetzt einen Beruf in Salzwedel ausüben kann, ist alles in Ordnung.“ Während ihrer Freizeit widmet sie sich der ehrenamtlichen Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr, die zum Größtenteil von männlichen Einsatzkräften geleistet wird. „Die Arendseer Männer sind in Ordnung“, sagt die 20-Jährige mit einem breiten Grinsen und fügt hinzu: „Ich fühle mich voll integriert und möchte jeder Frau, die sich für das Thema interessiert, raten, aktiv mitzumischen.“

Arendsees Ortswehrleiter Robert Katke weiß, dass er sich auf die weiblichen Einsatzkräfte verlassen kann und erzählt schmunzelnd: „Die Frauen stehen ihren Feuerwehrmann.“ Mehrfach konnte in den vergangenen Jahren weiblicher Nachwuchs vom Jugend- in den Erwachsenenbereich übernommen werden – auch wenn einige berufsbedingt nicht mehr zur Verfügung stehen. Zum Feuerwehralltag gehört die Aus- und Weiterbildung. Und so macht sich Tabea Schumacher nach dem Gespräch mit der AZ mit flotten Schritten auf zu ihren Kameraden, die am Ufer des Arendsees die Wasserentnahme aus offenen Gewässern üben.

Von Christian Ziems

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