Über die Zulassung entscheidet ganz allein der Arzt

Frau aus Arendsee wird dritte Corona-Schutzimpfung verweigert

Corona-Schutzimpfung
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Allein der Arzt oder die Ärztin entscheidet über die Zulassung zur Corona-Schutzimpfung. Den dritten Piks gibt es erst nach sechs Monaten.
  • VonArno Zähringer
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„Ich habe eineinhalb Stunden gewartet, alle Zettel ausgefüllt und bin dann nicht zur Impfung zugelassen worden, weil seit der zweiten Impfung noch keine sechs Monate vergangen waren“, beschwerte sich eine Leserin der Altmark-Zeitung am Telefon. Sie wollte sich beim mobilen Impftermin vor der Fontane-Sporthalle ihre dritte Impfung abholen, musste aber unverrichteter Dinge wieder nach Hause. „Das ist doch eine Sauerei“, wetterte sie am Redaktionstelefon gegen die Entscheidung der Ärztin, sie nicht zuzulassen.

Arendsee. Doch damit stand die Frau nicht alleine. Auch Arendsees Bürgermeister Norman Klebe bekam nicht seinen dritten Piks, weil die Zweitimpfung noch keine sechs Monate zurücklag (wir berichteten).

Und das ist ein ganz normales Verfahren. „Vorgaben für die Impfabläufe werden durch die Zulassung der Impfstoffe, den Empfehlungen des RKI und den Beschlüssen der Gesundheitsministerkonferenz des Bundes gegeben. Daran halten sich die impfenden Ärzte. Abweichungen werden nur in Ausnahmefällen gemacht. Wie zum Beispiel bei vulnerablen Gruppen“, berichtet Birgit Eurich vom Presseteam des Altmarkkreises. Vulnerabel kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „verwundbar“ oder „verletzlich“. Dazu zählen Personenkreise, die aufgrund ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Konstitution oder aufgrund ihrer besonderen sozialen Situation verletzlich sind. Etwa Menschen in Not- oder Extremsituationen, zum Beispiel derzeit von Flucht betroffene Personen oder solche, an denen freiheitsbeschränkende Maßnahmen angewendet werden, schwangere Frauen oder Menschen, die unter einem starken hierarchischen Druck stehen (Militärangehörige, Strafgefangene). „Personen, die diese Vorgaben erfüllen, werden geimpft“, berichtet Eurich. Eine andere Reihenfolge gebe es nicht.

Auch widersprach Eurich Gerüchten, es sei zu wenig Impfstoff vorhanden, weshalb nicht geimpft würde. „Impfstoff ist aktuell genug vorhanden. Eine freie Impfstoffwahl war nie und wird auch in Zukunft nicht umsetzbar sein. Dieser Anspruch ist auch nicht in der Coronaimpfverordnung vorgesehen.“ Sie rät Personen, die das halbe Jahr nach der Zweitimpfung noch nicht erreicht haben, auf den Ablauf der sechs Monate zu warten. „Es sei denn, sie gehören einer besonders vulnerablen Gruppe an, Hochaltrige etwa. Dann ist eine Impfung geringfügig vor Ablauf der sechs Monate möglich.“

Ob geimpft wird oder nicht, darüber „entscheidet grundsätzlich der impfende Arzt nach Bewertung der Umstände“.

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