Bürgerinitiative „Gegen Schweinemast in Binde“ will Klarheit / Landtagsabgeordnete sieht Behörden in der Pflicht

BI fordert mehr Infos vom Landesverwaltungsamt

Petra Hennigs will konkrete Informationen von der Behörde.

cz Binde / Wasmerslage. „Was konkret soll denn nun wann geschlossen werden und um wie viele Schweine wird die Anlage reduziert? Bei der Behörden-Kontrolle am 7. November war ich mit dabei. Da hieß es noch, dass die gesamte Schweineanlage stillgelegt werden soll.

“ Mit diesen Aussagen untermauerte Petra Hennigs von der Bürgeriniative, die sich seit Jahren gegen die Anlage ausspricht, am Wochenende ihre Verwunderung über die aktuellen Äußerungen aus dem Landesverwaltungsamt. So soll es statt einer kompletten nur eine Teilschließung geben. Betroffen sind Bauwerke, die ohne Genehmigung errichtet wurden. Dazu zählen Futterküche und Siloanlagen. Das reicht Petra Hennigs nicht. Sie möchte vom Amt unmissverständliche Informationen und klare öffentliche Positionen.

Die Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking (Bündnis 90 / Die Grünen) will den Investor Adrian Straathof, der wegen verschiedener Verstöße in Binde eine Strafe von rund 500 000 Euro (AZ berichtete) zahlen soll, noch weiter unter Druck setzen: „Neben Baurecht verstößt er in seiner Schweinemastanlage auch gegen das Tierschutzgesetz in Verbindung mit der Tierschutz-Nutztierunterhaltung. Nachgewiesen wurden zu wenig Platz für tragende Sauen, zu enge Kastenstände, zu geringe Lichtstärken und Mängel am Tränksystem. Dies ist allen beteiligten Behörden bekannt und darf nicht weiter hingenommen werden.“

Die Politikerin fordert, dass alle Anlagen von Adrian Straathof überprüft werden. Außerdem sollten ihrer Ansicht nach die laufenden Genehmigungsverfahren des Investors ausgesetzt werden. Und zwar bis zur Klärung der Vorgänge in Binde. Dies betrifft unter anderem den vorgesehenen Ausbau im Osterburger Ortsteil Wasmerslage. Auf der Internetseite des Landesverwaltungsamtes gibt es eine Übersicht. Geplant sind 816 Sauenplätze, 4480 Absatzferkelplätze, 432 Jungsauenplätze sowie eine Erweiterung der Tierplatzkapazität bei Mastschweinen von 23 648 um weitere 18 480 Plätze. Dieser Antrag wird von der Behörde derzeit bearbeitet. „Der Schrecken muss ein Ende haben“, so Dorothea Frederking abschließend.

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