„Alleingang“ des Ortsbürgermeisters sorgt für Schnupfen in der Verwaltung

Fleetmarks Ratssitzungen nicht in der Statistik

Das Büro des Ortsbürgermeisters in Fleetmark. Auch gut zwei Jahre nach Bildung der Einheitsgemeinde Stadt Arendsee findet sich an der Tafel kein Hinweis auf die Zugehörigkeit Fleetmarks.

Arendsee/Fleetmark. Will sich der Einwohner der Einheitsgemeinde Arendsee über die Aktivitäten der Ortschaftsräte und die Sitzungen informieren, kann er das auf der Homepage der Stadt www. stadt-arendsee. de tun.

Die AZ hatte jüngst in ihrer Gesamtaufstellung der Sitzungsaktivitäten 2012 nichts zu Fleetmark gefunden. Das könne nicht sein, so Fleetmarks Ortsbürgermeister Klaus Ahlfeld dazu. Er habe seinen Rat im vergangenen Jahr mindestens zweimal zu einer Sitzung einberufen. Der Haken: Laufen diese Einladungen für die anderen Ortsteile allesamt über das Verwaltungsamt, lädt Klaus Ahlfeld allein ein und macht die Sitzungstermine auch allein bekannt. Deshalb, so Hauptamtsleiter Andreas Koch, seien diese Sitzungen auch nicht im System des Verwaltungsamtes erfasst. „Wir haben Probleme beim Bezahlen des Sitzungsgeldes und durch diese Praxis in Fleetmark auch mehr Kosten“, moniert Koch.

Kann Fleetmark weiter seine Suppe allein kochen und so tun, als gehöre der Ort nicht zu Arendsee? Klaus Ahlfeld ist „sehr verwundert“ darüber, dass Fleetmarks Aktivitäten im Arendseer Verwaltungsamt „ignoriert“ würden. Arendses Bürgermeister sieht das anders: „Alle halten sich an bestimmte Gepflogenheiten, die in einer Einheitsgemeinde üblich sind. Wir wissen in Sachen Fleetmark oft von nichts und bekommen irgendwann die Protokolle der nicht offiziellen Sitzungen“, so Klebe.

Eine Zusammenarbeit mit Fleetmark sei nicht möglich, und genau das wolle Klaus Ahlfeld auch so, mutmaßt Norman Klebe. Man habe in dieser Sache bereits den Landkreis und das Landesverwaltungsamt angerufen – ohne Erfolg. Es bestehe eine Art Grauzone, die Fleetmark wohl zu nutzen wisse.

Querelen in dieser Angelegenheit gab es desöfteren: So bei einer Fleetmarker Sitzung im Jahr 2011, in der Arendsees Vize-Bauamtsleiterin Monika Leue das Wort verboten worden war. Der von Klaus Ahlfeld zu einer anderen Sitzung 2012 eingeladene Bauamtsleiter Gert Reckling habe „nicht kommen dürfen“. Klebe dazu: „Zu einer offiziellen Sitzung dürfen meine Mitarbeiter natürlich fahren. Zu anderen nicht.“

Von Harry Güssefeld

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