Gutachter spricht von wirtschaftlichem Totalschaden / Suche nach Ersatz

Fleetmarks Feuerwehrauto nicht mehr zu retten

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Es war am 24. Juli, als das wasserführende Fahrzeug der Fleetmarker Wehr von der Straße abkam und stark beschädigt wurde. Nun wurde bekannt, dass die Reparaturkosten rund 35 000 Euro betragen – viel mehr, als das Auto noch wert war.

Arendsee. Die große Hoffnung, dass das Fleetmarker Feuerwehrauto, das Ende Juli nach einem Reifenplatzer an einem Baum fuhr, wieder aufgebaut werden kann, ist dahin.

Anja Schrader, Hauptamtsleiterin in der Arendseer Verwaltung, erklärte das während der Ausschusssitzung für Brandschutz und Sicherheit am Dienstag im Rathaus. „Es wird ein Gutachten geben, das einen wirtschaftlichen Totalschaden ausweist, die Reparaturkosten belaufen sich auf rund 35 000 Euro und liegen damit weit über dem Zeitwert des Autos“, sagte sie.

Und damit hat die Verwaltung ein Riesenproblem. Denn die zwischenzeitliche Lösung – dass ein TLF aus Arendsee nach Fleetmark kam und das alte Löschfahrzeug vom Typ W50 wieder in Dienst gestellt wurde und im Arendseer Gerätehaus steht – könnte eine längerfristige sein. Der W50 mit einer für damalige Verhältnisse Super-Ausstattung steht als Wassertransporter mit einem Wasserwerfer zur Verfügung. Das Fahrzeug, so hieß es, wird gehasst und geliebt – gehasst von den Kameraden, die die Abgabe des TLF aus Arendsee nach Fleetmark kritisieren, und geliebt von denen, die alte Feuerlöschtechnik in Ehren halten wollen. „Egal, was man darüber denkt: Es war notwendig, und wir haben es entschieden. Mich wurmen nur die Kosten, die uns entstehen, weil der W50 wieder auf Vordermann gebracht werden muss“, so Anja Schrader. Da gehe es nicht nur um den Einstieg, der befestigt werden musste – da wurden auch komplett neue Reifen fällig. „Es gab so viele Interessenten, das Fahrzeug kaufen wollten. Nun sind wir froh, dass es noch nicht weg war“, atmete die Hauptamtsleiterin auf.

Und sie verweist auf die nächsten Schritte, die eingeleitet werden sollen. Beim Land liegt ein Antrag auf ein Löschfahrzeug vor, ein HLF 20 – und 210 000 Euro sind dafür in Arendsee angespart worden. „Wenn wir das Gutachten und das Schreiben von der Versicherung haben, dann wenden wir uns mit der Bitte an das Land, die Förderung des Fahrzeuges zu genehmigen, damit wir ein neues Auto bekommen“, sagte Anja Schrader. Sollte das abgelehnt werden, müsste die Verwaltung in Arendsee auf die Suche nach einem Auto gehen – einem Gebrauchten, oder keinem HLF und nur einem LF. „Wir wissen nicht, was passiert, aber wir müssen einen Ersatz zu bekommen“, sagte sie.

Das alte Fleetmarker Fahrzeug war, so heißt es seitens des Gutachters, wegen eines Reifenplatzers gegen den Baum gefahren. Es lag, so hieß es, nicht an dem Alter des Reifens, sondern an einem Fremdkörper auf der Straße, der den Reifen regelrecht aufgeschlitzt habe. „Das ist der Grund, alles andere, was an Gerüchten zur Ursache des Unfalls verbreitet wurde, kann nur als Bösartigkeit gewertet werden“, hieß es auf Nachfrage der AZ.

Das verunfallte Auto stammt aus dem Jahr 1997. „Es fiel gerade aus, als wir wegen der Hitze enorme Probleme hatten und jedes Auto brauchten“, so Stadtwehrleiter Hinze. Aber das sei eben Schicksal. Nun müsse eine Lösung her. Gut war aber, dass es nur Blechschaden war. Der Fahrer, Gerätewart der Stadtwehr, blieb unverletzt.

Von Harry Güssefeld

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