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Neues Solarpark-Projekt bei Molitz angerissen

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Von: Jens Heymann

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Die Karte zeigt zwei potenzielle Solarparkflächen – eine direkt bei Molitz und die andere weiter nördlich.
Die Karte zeigt zwei potenzielle Solarparkflächen – eine direkt bei Molitz und die andere weiter nördlich. © Heymann, Jens

Die Solarpark-Werber kommen nicht nur von weit her in die Altmark; es gibt auch hiesige Projektentwickler wie den Gardelegener Enrico Wöhlbier, die die Ortschaftsräte aufsuchen, um ihre Vorhaben vorzustellen.

Molitz / Fleetmark – Das jüngste bekannte Photovoltaikvorhaben betrifft nun die Ortschaft Fleetmark. Genauer gesagt zwei Flächen in Richtung Molitz. Die kurze Präsentation im Eiscafé Holz sollte lediglich ein erstes Anklopfen sein. Die richtige Veranstaltung soll später folgen – entweder in einer Ratssitzung oder bei einer Einwohnerversammlung. Das soll sich noch entscheiden.

Im Gegensatz zu manch anderen Planern, die bereits in der Einheitsgemeinde vorstellig geworden sind, zeigte sich Wöhlbier gut vorbereitet. Die Flächen, etwa sechs und 15 Hektar groß, scheinen nicht wahllos ausgewählt worden zu sein. Gängige Gegenargumente wie Bodenqualität, Sichtbarkeit der Anlage usw. umschiffte der Planer ohne Mühe. Er wolle nicht „auf Biegen und Brechen jeder Fläche habhaft werden“. Auch solle das Jagdgebiet bestehen bleiben.

So hätten die beiden Flächen Bodenpunkte von 22 oder weniger – damit seien es ertragsschwache Bereiche, hieß es in der Fleetmarker Ratsrunde. Durch ihre Lage im bzw. am Wald seien sie auch nicht zu sehen; bei einer maximalen Plattenhöhe von 2,39 Metern.

Enrico Wöhlbier sprach zudem im Falle einer Realisierung des Vorhabens von Einnahmen für Gemeinde und Ortschaft. Per Doppelvertrag soll also auch Fleetmark von der lokalen Stromerzeugung profitieren. Den Einwohnern stellte der Planer außerdem einen günstigeren Stromtarif in Aussicht, auch wenn die Energie technisch gesehen nicht aus dem Park kommt. Ein weiteres Argument der Solarparkbauer: Die Löschwasserversorgung werde vor Ort sichergestellt.

Der Fleetmarker Rat hörte sich die Informationen an. Mehr könne er ohnehin derzeit nicht tun, wurde gesagt. Die Entwicklung von Solarparks hängt bekanntlich vom Erstellen eines gesamtgemeindlichen Konzepts, gewissermaßen ein Rahmenregelwerk, ab. Das weiß auch Enrico Wöhlbier, der einige Wochen zuvor im Gardelegener Bereich ein ähnliches Projekt vorgestellt hatte.

Dass Investoren auch Pech haben können, zeigte sich jüngst in Höwisch. Dort hatte es nach Informationen aus dem Ortsrat eine erneute Solarpark-Anfrage gegeben, dieses Mal auf einer anderen Fläche als noch 2021. Doch der Rat blieb bei seiner ablehnenden Haltung. Grundsätzlich soll es auf landwirtschaftlichem Gebiet um das Dorf herum keine Photovoltaik geben, machten die Höwischer deutlich. Das Meinungsbild in der Ortschaft sei unverändert, so die Aussage.

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