Ein Flaschenhals

Fleetmark: Mit dem Ausbau der „Amerika-Linie“ wird der Bahnübergang zum Problem

Der Bahnübergang in Fleetmark
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Der Bahnübergang in Fleetmark könnte sich mit dem Ausbau der Strecke Stendal-Uelzen zu einem Nadelöhr entwickeln. Daher wird über Lösungen nachgedacht.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Die Bahn verbindet nicht, sie trennt. Dies ist eine Befürchtung in der Arendseer Politik.

Fleetmark / Arendsee – Wenn gegen Ende des Jahrzehnts wesentlich mehr Schienenverkehr an Rademin und Lübbars vorbei sowie durch Fleetmark donnert und die Schranken entsprechend häufig geschlossen bleiben, werde sich der Verkehr stauen und die Einwohner keine Freude an den Abgasen haben, so die Meinung. „Bei dem geplanten Zugaufkommen wird die Amerikalinie somit zu einer Mauer, die das Gemeindegebiet der Stadt Arendsee in zwei Teile trennt“, heißt es nicht umsonst in einem Antrag der Fraktion Arendsee-Land / Freie Liste an den Stadtrat.

Zu Beginn der Woche ist dieses Szenario – also bis zu 270 Züge pro Tag mit geschätzten 20 zu 30 Minuten Schließzeit pro Stunde – ausführlich im Sitzungszimmer des Rathauses besprochen worden. Es ging um Hilfsfristen für Rettungskräfte und besonders um den Bahnübergang in Fleetmark.

Für diesen wollen die Entscheidungsträger in der Einheitsgemeinde einen sogenannten niveaufreien Übergang, also eine Brücke oder einen Tunnel. Die Stadt Arendsee fordere das Land Sachsen-Anhalt als Straßenbaulastträger der L 1 sowie die Deutsche Bahn auf, eine entsprechende Planung im Bereich der Ortslage Fleetmark in die Ausbaupläne der „Amerika-Linie“ aufzunehmen, steht ganz dick im Antrag der Land-Fraktion. Denn bislang plane die Deutsche Bahn so etwas dort nicht, hieß es weiter. Die Straßen-Schienen-Kreuzung soll stattdessen niveaugleich, sprich mit Schranken, bleiben.

Was schnelle medizinische Hilfe anbelangt, gebe es keinen gesteigerten Bedarf, rekapitulierte Arendsees Bürgermeister Norman Klebe die Prüfung durch den Altmarkkreis. Das Gebiet nördlich der Bahn sei durch die Rettungswache Arendsee abgedeckt, der südliche Bereich durch Kräfte vom Salzwedeler Fuchsberg (Rettungswache Salzwedel II). Dazu komme der Rettungshubschrauber „Christoph 39“ aus Perleberg. Öffentlicher Verkehr und die lokale Wirtschaft sind weitere betroffene Bereiche.

Die Gemeinde selbst muss allerdings den Brandschutz gewährleisten. Für die Ecke um Lüge und Molitz sowie möglicherweise Rademin könnte eine Zusammenarbeit mit dem südlichen Nachbarn Kalbe angestrebt werden, lautet eine Idee. Eine andere besagt, die Bahn dazu zu bewegen, der Einheitsgemeinde ersatzweise weitere Löschtechnik zu finanzieren.

Zurück zu den Übergängen: Eine Brücke zwischen Ladekather und Kallehner Straße würde einigen Anwohnern die Sicht verbauen. Eine ähnliche Lage wie beispielsweise in Pretzier. Deswegen wurde dort bereits über eine andere Streckenführung nachgedacht. Auch für Fleetmark gibt es einen Vorschlag, der im Rathaus zumindest kurz angesprochen wurde. So könnte die Verbindung über die Bahn am Bahnhof vorbei weiter südlich erfolgen und von dort in den Ort hineinführen – wie gesagt: ein Gedankenspiel.

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