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Fleetmark: 100.000 Festmeter Holz nach Stürmen aufzuarbeiten

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Von: Detlef Güssefeld

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FBG-Chef Wolfgang Schulz (v.l.), Forstamtsleiter Helmut Jachalke und Revierförster Andreas Rechzygier begutachten Sturmschäden im Wald bei Fleetmark.
FBG-Chef Wolfgang Schulz (v.l.), Forstamtsleiter Helmut Jachalke und Revierförster Andreas Rechzygier begutachten Sturmschäden im Wald bei Fleetmark. © Freier Mitarbeiter

Die Vertreter der Forstbehörden und Forstbetriebsgemeinschaften zeichnen ein düsteres Bild. Der Wald leidet seit Jahren unter der Trockenheit und nun auch noch unter den Stürmen der jüngsten Zeit.

Fleetmark – Im Bereich des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark sind aktuell rund 100 000 Festmeter angefallen, die in den Privatwäldern aufgearbeitet werden müssen, erklärte Forstamtsleiter Helmut Jachalke am Dienstag während einer Pressekonferenz, die die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Altmark-Fleetmark anberaumt hatte. „Die Waldbesitzer sollen wissen, dass nach und nach gearbeitet wird. Es wird einen Ersten, aber auch einen Letzten geben, dem geholfen wird. Doch das Holz wird nicht schlecht“, versicherte der Forstdirektor. Bis Mai, so hieß es, würden alle Flächen beräumt sein. Vorausgesetzt, es blasen nicht wieder Stürme, die das Vorhaben dann wieder zunichtemachen.

Viele Waldbesitzer würden derzeit aktiv werden, Sturmschäden selbst zu beseitigen. „Dabei ist aber größte Vorsicht walten zu lassen. Die Bäume stehen meist unter Spannung und wenn sich diese entlädt, sind die Folgen nicht berechenbar“, so Jachalke. Was bei Einzelbäumen noch machbar sein könnte, sei bei mehreren Bäumen ein Problem. Es habe in der Vergangenheit bereits tödliche Unfälle gegeben.

Ein Problem sind Bäume, die auf Parkplätze, Straßen oder andere öffentliche Flächen zu fallen drohen. „Dann sollte man mit den Revierförstern reden; es wird nach Lösungen gesucht, denn in einem solchen Fall herrsche Gefahr in Verzug. Wolfgang Schulz, Chef der FBG, ergänzte, dass Wälder, in denen Maschinen arbeiten, auf keinen Fall betreten werden sollten. Doch auch generell sei es gefährlich, Wälder nach derartigen Sturmereignissen zu betreten.

Deutlich wurde, dass Waldbesitzer eine schwierige Zeit durchleben. Die Trockenheit habe viele Bäume sterben lassen, es gebe kaum noch eine Fichte in den Wäldern des Betreuungsforstamtes.

Aber auch Eichen und Kiefern seien geschädigt. Und ist ein Baum einmal umgefallen, lasse sich an den Wurzeln sehr gut erkennen, dass das Wasser fehlt. Die Bäume können den Stürmen nichts mehr entgegensetzen. Die Borkenkäfer sind weitere Feinde des Waldbesitzers. „Der Wald ist noch da, aber labil“, hieß es am Dienstag. 2007 war es der Sturm „Kyrill“, 2010 der große Schneebruch, bei dem 300 000 Festmeter anfielen.

„Wir haben Probleme, aber es ist noch keine Katastrophe“, beschwichtigt Helmut Jachalke. Waldbesitzer seien gut beraten, bei Fragen und Problemen ihre Ansprechpartner in den Forstverwaltungen und bei der FBG zu kontaktieren. Es werde immer ein Weg gefunden, hieß es. In der nahen Zukunft werde es auch klarere Aussagen darüber geben, welche Bäume in Zukunft angepflanzt werden sollten und den nächsten Generationen übergeben werden können.

Die Jahreshauptversammlung der FBG wird am Freitag, 25. März, in Jeggeleben stattfinden. Alle Mitglieder hätten ihre Einladungen erhalten, erklärte Wolfgang Schulz.

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