Norman Schenk: „Das Campingkino ist ideal, aber ein Verkauf ist geplant“

Filmcamp Arendsee sucht ein neues Domizil

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Jugendfilmcamp-Leiter Norman Schenk (sitzend) zeigt Interessenten, so auch Innenminister Holger Stahlknecht (l.), Arbeiten, die in diesem Jahr in Arendsee entstanden sind. Der Politiker zeigte sich beeindruckt.

Arendsee. Es schien ein Geben und Nehmen zu sein. Dass Norman Schenk als Chef des Sommer- und Jugendfilmcamps einst mit seinen Leuten ins Campingkino zog, war ideal. Das erklärte er am Mittwoch auch noch während eines Treffens mit dem Innenminister Holger Stahlknecht.

„Filme machen in einem alten Kino, einem Campingkino aus der DDR-Zeit, besser geht es ja nicht“, sagte der Schauspieler und Filmemacher.

Doch im kommenden Jahr wird das Filmcamp an einem anderen Ort präsent sein. Norman Schenk reagierte auf die Frage, warum man aus dem Kino zieht, erklärte er: „Wir wussten, dass das Haus verkauft wird. Damals war es noch nicht so wichtig, aber seitdem wir wissen, dass es alles etwas größer und auch über den Sommer hinaus geplant ist, müssen wir raus“, so Schenk gegenüber der AZ. Den großen Saal, in dem die Teilnehmer in Zelten leben, sei nicht beheizbar. Ob es denn schon ein neues Objekt gebe, wollte die AZ wissen. Die Stadt würde helfen, einen geeigneten Ort zu finden. Schön wäre ein angeschlossener Hof mit viel Nebengelass, hieß es. Aber diesen zu finden, nahe des Sees und etwas abseits der Wohnbebauung, sei schwierig. Eine Idee sei auch das Integrationsdorf mit seinen vielen Möglichkeiten in den Nebengebäuden. Aber Norman Schenk möchte sich noch nicht festlegen. Fakt sei, dass gesucht werde.

Aus dem einstigen kleinen Jugendfilmcamp, mit dem 2011 angefangen wurde, sei mehr geworden, erklärte Schenk dem Innenminister. Es sei auch kein Geheimnis, dass man gefördert werden wolle. Aus dem großen Topf der politischen Bildung, beispielsweise. Denn die Thematik gebe das her, hieß es. Filme mit sozialkritischem Hintergrund entstünden, zu aktuell politischen Themen. Und das von jungen Menschen, die mittlerweile aus verschiedenen Ländern kommen, sogar aus China. Das große Ziel: Arendsee soll Filmstadt werden, unterstrich Schenk. Und damit würden viele Menschen in dieses kleine Städtchen kommen. „Viele probieren sich aus, und entdecken vielleicht den Film als eine Herausforderung für sich selbst“, erklärte der Camp-Leiter.

Innenminister Stahlknecht zeigte sich beeindruckt von den Filmen – so sah er sich den Streifen an, in dem eine junge Frau ihre Sichtweise und Kritik am Kapitalismus auf dem Marktplatz äußerte. „Ein professioneller Job“, hieß es hinterher. Und das macht das Camp aus.

Von Harry Güssefeld

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