Rat will Chancen für ehrenamtlichen Neustart bewahren

Feuerwehr: Rademin soll Standort bleiben

Der Nebel um das Rademiner Gerätehaus lichtet sich. Auch wenn die Feuerwehr inaktiv ist, soll der Standort mit Technik erhalten bleiben. Foto: Ziems
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Der Nebel um das Rademiner Gerätehaus lichtet sich. Auch wenn die Feuerwehr inaktiv ist, soll der Standort mit Technik erhalten bleiben.
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Rademin. Der Arendseer Stadtrat hat beschlossen, dass die Feuerwehr Rademin in den Ruhemodus gestellt werden soll. Dies würde bedeuten: Keine Alarmierung im Ernstfall und wohl auch keine Technik mehr vor Ort. Grund dafür ist ein Mangel an Feuerwehr-Führungskräften.

Doch nun gibt es wieder Licht am düsteren Horizont. 

Arendsees Hauptamtsleiterin Anja Schrader stellte dem Ortschaftsrat am Donnerstag eine weitere Option vor. Diese soll, wenn dass neue landesweite Brandschutzgesetz beschlossen und am 1. Januar 2017 in Kraft tritt, Wirklichkeit werden. Konkret: Die Feuerwehr Rademin wird zwar aufgelöst, der Standort mit der Technik bleibt aber bestehen.

Was widersprüchlich klingt, hat einen aus der Not geborenen Hintergrund. Das Land will zulassen, dass Freiwillige auch ohne Führungskräfte ausrücken und andere Wehren unterstützen können. Direkt an den Einsatzstellen haben weiter Freiwillige, die die geforderten Lehrgänge absolvierten, das Sagen.

Der Rademiner Ortschaftsrat sprach sich am Donnerstag dafür aus, dass der Stadtrat den Beschluss fasst, die Feuerwehr aufzulösen aber den Standort zu erhalten. Dies könnte am 16. Januar passieren. Dann ist auch klar, ob das neue Gesetz tatsächlich durch den Landtag beschlossen wurde. Anja Schrader hat die einzelnen Schritte bereits mit dem Innenministerium abgestimmt. Nach dem Beschluss gilt es den entsprechenden Antrag inklusive einer aktuellen Analyse nach Magdeburg zu schicken. Das Innenministerium entscheidet, ob der Plan Wirklichkeit wird.

Um die Rademiner Technik bedienen zu können, müssen die Aktiven aber weiterhin eine Grundausbildung haben und 40 Dienststunden pro Jahr absolvieren. Trotzdem sei das neue Gesetz eine Chance, waren sich die Ratsmitglieder einig. Denn solange die Technik vor Ort ist, gebe es auch schnell die Möglichkeit, wieder eine Wehr aufzubauen. „Ich bin nicht pessimistisch“, drückte es Ortsbürgermeister Eckhard Kamieth aus. Auch sein Amtsvorgänger Lutz Schermer schlug vor, dass Thema weiter zu verfolgen.

Das Abrücken von den bisherigen Regeln habe mit der Situation im Norden von Sachsen-Anhalt zu tun, wie Anja Schrader betonte. Denn nicht nur in Rademin mangelt es an Feuerwehrkräften. Die Idee ist übrigens nicht neu. Eckhard Kamieth erinnerte an die Kommandostellen zu DDR-Zeiten, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionierten und auch in kleinen Orten angewendet wurden.

Von Christian Ziems

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