Bis hier hin – und nicht weiter

Fernsehbeitrag über Munitionssuche im Strandbad Arendsee verunsichert Urlauber

Der Bereich des FKK-Strandes und der Bereich des Drachenbootvereins „Red Dragon“ sind von der Sperrung betroffen.
+
Der Bereich des FKK-Strandes und der Bereich des Drachenbootvereins „Red Dragon“ sind von der Sperrung betroffen.

Arendsee – Unbestritten: Wenn es nur den Anschein gibt, dass sich Munition in einem Gewässer befindet und dieses Gewässer von Urlaubern genutzt wird, dann muss gehandelt werden.

Und so tat es auch der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, verantwortlich für das landeseigene Gewässer, den Arendsee.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst wurde beauftragt, nach Munition und Metallteilen zu suchen. Die Öffentlichkeit wurde jüngst durch einen Fernsehbeitrag über die Arbeiten am Arendsee informiert. Mit vielen Geheimnissen, so beispielsweise der Aussage, dass Munition gefunden wurde, aber man dennoch nicht sagen wolle, was genau. Um, wie die Moderatorin erklärte, keine „Schatzsucher“ anzulocken, die nach den Dingen suchen.

Das sei gefährlich. In Arendsee heißt es nun dazu, dass man, wenn man keine Schatzsucher haben wolle, es gänzlich vermeiden sollte, über diese Arbeiten zu berichten, wenn man doch nicht sagen wolle, was genau gefunden wird. Außer der Tatsache, dass es bis vergangene Woche „rund 600 Metallteile“ waren. Darunter zahlreiche Münzen.

Während der dreiminütigen Sendung wurde deutlich gemacht, dass es sich um das Gelände des FKK-Strandes handelt – dass das ein Teil des Strandbadgeländes in Arendsee ist, dessen Bewirtschaftung weitergeht, wurde nicht erklärt. Das bringt einige Arendseer auf die Palme. Stellvertretend für viele schreibt Stadtrat Martin Retzlaff in den sozialen Medien, dass sich Urlauber nach dem Bericht sehr wohl nicht mehr auf den Weg nach Arendsee machen würden, weil sie befürchten, dass die Kinder „über Granaten stolpern“, wie er der AZ gestern erklärte. Es hätte sich gehört, dass das Fernsehen sehr wohl auf den Umstand hingewiesen hätte, dass der Badebetrieb im Strandbad von den Arbeiten nicht beeinträchtigt ist.

Die Munition soll, so erklärte die Fernsehmoderatorin, nach den Krieg „wagenweise in den See geschüttet worden sein.“ Derartige Stellen befänden sich auch bei Schrampe, wo nach den dreimonatigen Arbeiten am Strand die Zelte dann aufgebaut werden. Die Stadt Arendsee, so hieß es auf Nachfrage der AZ, habe auf die Dauer und den Ort der Arbeiten keinen Einfluss. Sie müsse das so hinnehmen, wie es angesagt ist. VON HARRY GÜSSEFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare