Es fehlen immer noch Unterlagen

Seesanierung: Kreis kann Landesantrag nicht bearbeiten

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Wissenschaftler vom Leibnitz Institut und Studenten der Humboldt-Universität (beides Berlin) nahmen vor einigen Wochen Wasserproben. Dabei ging es auch um den Phosphorgehalt.

Arendsee. Das Land ist Eigentümer des Arendsees und will die „blaue Perle“ weiterhin sanieren. Für diese umstrittene Maßnahme wurde bereits 2015 ein Antrag beim Kreis gestellt. Denn das dortige Umweltamt muss entscheiden, ob die Landespläne zulässig sind oder nicht.

Konkret geht es darum, Polyaluminiumchlorid im Wasser zu verteilen. Damit soll Phosphor gebunden und der Blaualge die Nahrungsgrundlage entzogen werden. Ziel ist es, die Sauerstoffverhältnisse zu verbessern. Auch das massenhafte Vermehren der Blaualge soll verhindert werden. Dies führte in der Vergangenheit zu Badeeinschränkungen.

Wann es zum geplanten Seesanieren kommt, ist aber weiterhin offen. Denn der Altmarkkreis hat das Verfahren derzeit auf Eis gelegt. „Nach interner und externer Prüfung des Antrages wurde dem Antragsteller eine Aufstellung noch zu erbringender Nachweise zur Umweltverträglichkeit übergeben“, heißt es im aktuellen Verwaltungsbericht. Diese liegen noch nicht vor. Darum werde der Antrag auch erst dann weiter bearbeitet, wenn klar ist, wie sich das Polyaluminiumchlorid auf die gesamte Umgebung auswirkt. Der Kreis geht davon aus, dass wohl Monate vergehen werden, bis es so weit ist. Erst danach sollen die Einwohner informiert werden, was vor ihrer Haustür genau passieren soll und Transparenz eine größere Rolle spielt.

Die Arbeitsgemeinschaft „Der Arendsee“ will nicht mehr allzu lange warten und Interessierte bereits vorher mit Fakten versorgen. Für den 23. Juni ist eine Tagung anberaumt. Ort und Uhrzeiten wurden noch nicht bekannt gegeben. Die Ehrenamtlichen versuchen seit 1993 Licht in den zum Teil dunklen See zu bringen. Verschiedene Fachvorträge wurden organisiert. In den vergangenen Jahren überstrahlte aber ein Thema alles andere: Die Sanierung. Vertreter des Landes und Wissenschaftlicher kamen immer wieder zu Wort. Es gab von Seiten Einheimischer allerdings auch wiederholt kritische Worte. Sie meinen, Chemie gehöre nicht in die „blaue Perle“. Auch auf Selbstheilungsprozesse der Natur wurde gesetzt, es gab Zeremonien mit Klangschalen. Letztendlich hält das Land aber bislang an den Plänen mit Polyaluminiumchlorid fest.

Von Christian Ziems

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