Auch Dieter Bolle aus Ziemendorf leistete Hilfe beim schweren Unfall auf der L1

Mit fast 70 Jahren mittendrin

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Als erfahrener Feuerwehrmann war Dieter Bolle (r.) am Mittwoch mit dabei, um einen verletzten Fahrer zu bergen.

gü Arendsee. Die personelle Situation in den Ortswehren ist überhaupt nicht rosig. Alle klagen.

Und wenn es in einigen Wehren wie Arendsee bislang so schien, als ob alle an einem Strang ziehen, dann wurde der Beobachter bei der Wahlversammlung eines Besseren belehrt. Einigkeit und Zusammenstehen sehen anders aus.

Immer wieder wird auch betont, dass gerade in der Woche Tageseinsätze kaum mit voller Stärke realisiert werden können. Der Unfall am Mittwoch bei Ziemendorf zeigte, dass es schon an der Tagesordnung ist, mehrere Wehren zu alarmieren – um sicher zu sein, dass ausreichend Personal dabei ist. 

Unter den Aktiven, die sich am Mittwoch an der Unfallstelle auszeichneten, war auch der Ziemendorfer Dieter Bolle. Mit seinen 69 Jahren war er der Dienstälteste vor Ort – die Polizei hatte in ihrer Meldung versehentlich die Ziemendorfer Wehr nicht benannt. Sie war aber mit Kläden, Arendsee und Binde an den Unfallort geeilt. Und eben Dieter Bolle mittendrin. Als einstiger Stendaler Kreisbrandmeister bringt er die notwendigen Kenntnisse mit, um die Ziemendorfer Wehr mit zu unterstützen. „Und im Fall der Menschenrettung, wie sie am Mittwoch vorlag, wurde jede Hilfe dankbar angenommen“, so Arendsees Bürgermeister Norman Klebe auf die Frage der AZ, warum die Wehren auf Einsatzkräfte über 67 Jahre zurückgreifen. 

Klebe verwies gestern auf das Brandschutzgesetz. Darin heißt es: „Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr, die Einsatzdienst leisten, müssen gesundheitlich geeignet sein und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Sie sollen aber noch nicht das 67. Lebensjahr vollendet haben. Ausnahmen zu der Altersgrenze nach Satz 2 sind auf Antrag zulässig; sie bedürfen des jährlichen Nachweises der gesundheitlichen Eignung und der Zustimmung des Trägers der Feuerwehr.“ Und das ist die Stadt. Und so können auch Senioren die Reihen stärken.

In der Einheitsgemeinde gibt es 390 aktive Kameradinnen und Kameraden. Davon sind aber nur 80 am Tage einsetzbar, wie Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze während der Jahreshauptversammlung der Arendseer Wehr erklärte. Unter allen Freiwilligen gibt es 80 Atemschutzgeräteträger. Davon sind aber nur 19 tagsüber in der Region. Diese Zahlen zeigen einmal mehr, dass jede helfende Hand nötig ist, um Einsätze sicherzustellen. Darum wurde in Arendsee wiederholt gefordert, die Verwaltung müsse mehr für neue Aktive werben. Von der Verwaltung war aber an diesem Abend niemand da.

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