Willy Born in den Feuerwehr-Ruhestand verabschiedet / Investitionen gefordert

Fast 47 Jahre aktiv für das Allgemeinwohl

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Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze gratulierte Thomas Knoll zu seiner 20-jährigen Mitgliedschaft.

Arendsee. Willy Born gilt nicht nur als Urgestein, sondern auch als Mann klarer Worte: Am Freitag ergriff aber zunächst Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze das Wort, um die ehrenamtliche Leistung des Arendseers zu würdigen.

Kreisbrandmeister Torsten Schoof dankte dem Oberbrandmeister Willy Born (r.) für seine jahrzehntelange Einsatzbereitschaft. Respekt zollte auch Ortswehrleiter Robert Katke (2.v.r.).

Willy Born wurde bei der Hauptversammlung in den Feuerwehr-Ruhestand verabschiedet. Mit 65 Jahren ist Schluss, seinen Pieper hat der Tischlermeister abgegeben. „Als ich noch ein kleiner Pimpf war, hat Willy bereits aktiv bei der Feuerwehr gearbeitet“, zollte Hans-Joachim Hinze Respekt. „Ich war fast 47 Jahre aktiv dabei“, so der Geehrte, bevor es hieß: „Brust raus. “ Der Feuerwehrmann, der in verschiedenen Positionen bis zum Wehrleiter sein Wissen eingebracht hat, bekam den Ehrenstern des Landesfeuerwehrverbandes in Bronze.

Neben dieser besonderen Ehre gab es im Gerätehaus viele Fakten. „Im vergangenen Jahr wurden 2360 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet“, listete Ortswehrleiter Robert Katke auf. Da aber die Dienstbeteiligung nur bei 40 Prozent liegt, appellierte er erneut an die Mitglieder, sich öfter einzubringen.

Ralf Worczewsky ist seit 40 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Arendsee Mitglied.

Um die 30 Einsätze zu absolvieren, waren 315 Stunden nötig. Vize-Ortswehrleiter Sven Rasche wartete mit Details auf. In Erinnerung blieb der Verkehrsunfall zwischen Arendsee und Thielbeer, bei dem der Fahrer verstarb. Zu den größten Einsätzen 2016 zählte ein Holzstapelbrand an der Landesgrenze zu Niedersachsen. 1400 Kubikmeter standen in Flammen, mit einem Radlader der Firma Lahmann konnten die Stämme auseinanderzogen werden. „Diese Unterstützung ist nicht selbstverständlich“, betonte Sven Rasche. Thema war auch der Brand in einer Küche (Tablet auf eingeschaltetem Herd vergessen), der durch einen Rauchmelder schnell entdeckt wurde. Dabei handelte es sich um eine Wohnung der Seehäuser Wohnungsgenossenschaft. Geschäftsführer Erhard Tietz nutzte die Hauptversammlung, um die Arbeit der Ehrenamtlichen zu würdigen. Er sprach auch davon, dass es tatsächlich Verweigerer von Rauchmeldern gibt. Einer davon lebt in Arendsee, hat inzwischen aber erlaubt, die Geräte zu installieren. Allerdings stimmt er nicht zu, diese zu warten.

Robert Katke erinnerte im Laufe des Abends auch an positive Dinge wie die Vielzahl der Lehrgänge sowie die 150 Jahrfeier und das Einweihen der neuen Fahrzeughalle. Allerdings müsse es jetzt weitergehen. Das Sanieren des Altbaus ist nötig, genauso wie der Kauf von Fahrzeugen. In den nächsten Jahren sollen ein Hilfeleistungslöschfahrzeug sowie eine Drehleiter für Arendsee gekauft werden. Die Wehr trägt die Hauptlast in der Einheitsgemeinde. 11 der 30 Einsätze waren außerhalb des Stadtkerngebietes.

Reinhard Kumpert verstärkt die Einsatzabteilung.

42 Mitglieder gibt es derzeit in der Einsatzabteilung, davon elf aus beruflichen Gründen in der aktiven Reserve. „Wir müssen weiter Mitglieder werben, um die Aufgaben der Feuerwehr bewerkstelligen zu können“, betonte Robert Katke. Hilfe gibt es aus Niedersachsen. Da die Lebensgefährtin des Ortsbrandmeisters von Volzendorf-Schweskau in Arendsee wohnt, ist Reinhard Kumpert oft im Luftkurort. Er ist nun auch Mitglied dieser Feuerwehr und will als Gruppenführer sowie Atemschutzgeräteträger seine Erfahrung einbringen. Zudem ehrte Wustrows Ortsbrandmeister Horst-Jürgen Schlegel den Arendseer Martin Retzlaf. Dieser hat bis zum Sommer 2016 die Internetseite der Kreisfeuerwehr Lüchow-Dannenberg betreut.

Von Christian Ziems

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