Die Erlösung naht

Familie Dömland wird von Quälerei durch Eichenprozessionsspinner befreit

Die Raupen auf den Eichen neben der Familie Dömland werden abgesaugt. Das sagte gestern das Ordnungsamt in Arendsee zu. Die Familie leidet unter den Schädlingen enorm.

Kleinau. Gute Nachricht für Familie Dömland und die anderen Bewohner am Märschenweg in Kleinau: Die Eichen, insbesondere die drei Exemplare direkt hinter dem Grundstück bei Dömlands, werden abgesaugt.

Damit sollen die Nester der Eichenprozessionsspinner beseitigt werden, die der Familie und den Nachbarn das Leben schwer machen (wir berichteten). Danuta und Jürgen Dömland hatten ihren Ärger zum Ausdruck gebracht. Und ihr Unverständnis: An der B 190 werde abgesaugt und in den Wohngebieten nicht.

Die Raupenplage bei Familie Dömland in Kleinau.

Die AZ fragte im Ordnungsamt der Stadt nach. „Wir haben in dem genannten Bereich zweimal gespritzt, es hat aber scheinbar nichts gebracht“, konstatierte Annette Wolter. Daraufhin habe man versucht, mit eigenen Kräften, dem Wirtschaftshof, die Raupen abzusaugen. „Das hat aber nicht geklappt, die Männer reagierten allergisch auf die Raupenhaare“, hieß es. Daraufhin habe man die Fachfirma, die gespritzt hat, beauftragt. „Uns tut es leid, dass es so lange dauert“, sagte die Frau vom Ordnungsamt.

Es liege nicht am Geld, betonte auch Hauptamtsleiterin Anja Schrader. Es gehe darum, dass es für das Absaugen nicht genügend Kapazitäten gebe. „Die Firmen sind ausgebucht, überall wird gesaugt“, hieß es. Die Stadt wendet aktuell jährlich rund 6000 Euro auf. Man würde auch mehr ausgeben, der Bedarf sei da.

Beim Besuch in Kleinau hatte die AZ gehört, wo es klemmt: auch auf dem Weg nach Boock, zudem hinter dem Dorf. Aber auch in Lohne, unter den Eichen. Oder in Mechau. Die Liste der an die Stadt gemeldeten Fälle ist lang.

Und gerade dann, wenn befallene Eichen in unmittelbarer Nähe von bewohnten Grundstücken stehen, ist Handeln gefragt. So sehnen sich Dömlands nach der Firma, die die Nester entfernt. Erinnert sei auch an Familie Förster in Mechau, die in den vergangenen Jahren unter den Raupen litt (wir berichteten). Gemeldet werden auch immer wieder Nester am Seeweg. Dort, so erklärte Annette Wolter, sei das Spritzen nicht erlaubt. Das Absaugen sei manchmal aber auch deshalb nicht möglich, weil die Maschine keinen festen Stand habe.

Familie Dömland in Kleinau hatte außerdem gefragt, warum kein Hubschrauber eingesetzt werde. So wie im Bereich Lückstedt, hieß es. „Wir haben auf diese großen Aktionen keinen Einfluss, diese sind Angelegenheit des Kreises“, erfuhr die AZ gestern im Rathaus. Arendsee werde für das kommende Jahr Fördermittel beantragen, um den sowieso angespannten Stadthaushalt durch den Kampf gegen die Raupen nicht noch weiter zu belasten. „Die Leute sollen sich melden. Wir machen, was wir können“, machte Annette Wolter Mut.

Von Harry Güssefeld

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