Entwurf des Flächennutzungsplans Arendsee mit „Sperrgebieten“

Neuer Wohnraum bleibt rar

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Rund um die Mutter-Kind-Kurklinik wird es keine frei zu vermietenden Wohnungen geben. Ein entsprechender Wunsch des DRK konnte im Entwurf des Flächennutzungsplanes nicht berücksichtigt werden.

Arendsee. Es klang wie eine ganz normale Information, doch für die Weiterentwicklung des Ortes Arendsee ist es von entscheidender Bedeutung: Der Flächennutzungsplan, der sich noch im Entwurf befindet, musste seitens der Landesbehörde bereits geändert werden.

Unter anderem wird keine Wohnbebauung rund um das ehemalige Hotel Waldheim erlaubt sein. Das teilte Bauamtsleiter Gert Reckling während der Bauausschusssitzung am Dienstag im Vereinsheim des Regattaclubs mit. „Dauerhaftes Wohnen wird nicht möglich sein. Wir hatten die Option gewollt, doch die Prüfungen des Planes in Magdeburg haben ergeben, dass stattdessen nur Ferienhäuser und Bungalows erlaubt sind“, hieß es am Montag. Das hat Folgen, denn Familie Sablowski hatte bereits die Idee geäußert, auf dem Gelände des Waldheims Seniorenwohnungen zu etablieren. Daraus wird nun aber nichts, folgte man den Aussagen Recklings. Des Weiteren wird es auch keine weiteren Dauerwohneinheiten in Arendsee Süd, im Bereich zwischen Bahnhofstraße und der alten Thielbeerer Straße geben. „Dort hat das Land wieder einen großen Teil der Flächen zu landwirtschaftlichen Flächen erhoben, unsere Ideen als Mischgebiet also verworfen“, so der Bauamtsleiter auf Nachfrage der AZ. Nicht genehmigt werden auch Wohnungen, die das Deutsche Rote Kreuz an der Mutter-Kind-Kurklinik Arendsee an der Lüchower Straße bauen wollte. „Das DRK hatte vor, diese Wohnungen auf dem freien Markt anzubieten, auch daraus wird nichts“, hieß es weiter. „Wo können aber Interessenten dann neue Häuser bauen?“, wollte die AZ wissen. Reckling verwies auf den Bereich des Wendlandweges. Diese Idee, die im Entwurf des Flächennutzungsplanes festgeschrieben ist, sei auch weiterhin Gegenstand des Planes. Wer in Seenähe bauen wolle, könne das immer noch im Eigenheimgebiet Zießau tun. Dort seien noch zahlreiche Bauplätze frei.

Wohnbebauung gibt es aber in Arendsee scheinbar ausreichend – nur stehen dort leere Wohnblöcke mit Wohnungen, die teilweise nicht mehr genutzt werden können. Sie gehören einem Mann aus Baden-Württemberg. „Wir haben keinen Zugriff auf diesen Wohnraum, weil wir keine Eigentümer mehr sind“, so Gert Reckling, der auch als Vize-Bürgermeister der Stadt fungiert. „Was aus den Blöcken wird, darauf haben wir im Arendseer Rathaus keinen Einfluss“, so Reckling. Es könne aber auch passieren, dass der Eigentümer und das Land Sachsen-Anhalt sich einig werden und Platz für Asylbewerber schaffen. „In solche Überlegungen sind wir nicht involviert“, erklärte der Vize-Ortschef.

Die Stadt hatte sich um eine Lösung bemüht. Vom Eigentümer der Wohnblöcke wurden aber Stadt, die Unternehmen und die Bürger selbst massiv kritisiert (wir berichteten).

Von Harry Güssefeld

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