Selbst Jäger unsicher

Entwarnung nach Wolfs-Hysterie: Vermeintliche Wildtiere waren ausgerissene Huskys

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Kein Wolf, sondern ein ausgebüxster Husky. Wie seine zwei Artgenossen von der B 190. Sie sorgten am Wochenende für Aufregung.

Ritzleben – Nach den Fotos von vermeintlichen Wölfen bei Ritzleben und Vissum, die am Wochenende im Internet kursierten, herrschte wahre Hysterie.

Kann ich noch mit dem Fahrrad von Ritzleben nach Salzwedel fahren? Wo sind die Kinder gerade? Oder: Fressen diese Bestien die Pferde auf der Wiese?

Für Jagdpächter Reinhard Kopp war es ebenfalls ein aufregendes Wochenende. Er bekam diese Bilder auch. „Ehrlich, ich hatte beim näheren Betrachten Bedenken, dass es sich um Wölfe handelt“, sagte er gestern der AZ. Aber auch unter Jägerkollegen gingen die Meinungen auseinander, hieß es. So blieb es zunächst bei der Tatsache, dass es sich vermutlich um junge Wölfe handelte.

Als am Sonntag ein vermeintlicher ausgewachsener Wolf bei Vissum auftauchte und immer wieder seinen Blick auf die auf der Wiese weidenden Pferde richtete, gab es erneut Chaos. Und als dann noch Polizei im Ort auftauchte, überschlugen sich die Meldungen im Netz. Die Einwohner, so hieß es, dürften sich nicht mehr auf die Straße trauen. Wölfe zögen durch den Ort.

Doch was war geschehen? Reinhard Kopp brachte gestern Licht in das Dunkel. Eine Frau erkannte, dass es sich um einen Husky handelte und nahm ihn mit nach Hause. Er sei sehr zutraulich gewesen, hieß es. Doch im Vissumer Privatquartier angekommen, nahm er sich eine Katze als Speise. Daraufhin alarmierte die Frau, von der Agressivität des Hundes überrascht, die Polizei. Infolgedessen kam der Hund zwischenzeitlich nach Arendsee auf den Wirtschaftshof. Gestern Vormittag, so hieß es, waren die Besitzer aus Klein Gartz in der Seestadt, um den Hund abzuholen.

Wie sich herausstellte, gehörten die beiden kleineren Exemplare von der B 190 nahe Ritzleben auch nach Klein Gartz. Es waren ebenfalls Huskys. Sie fanden wieder allein nach Hause. „Nun können alle wieder durchatmen. Keiner muss mehr Angst haben“, so Jagdpächter Kopp.

Die rasend schnelle Verbreitung der Bilder und Nachrichten zum Vorfall im Internet sei ein erneuter Beweis, „Angst und Schrecken zu verbreiten“. „Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Unterscheidung zwischen Wolf und Husky schwerfällt. Man muss die Tiere schon sehr gut beobachten, um sich ein Bild zu machen“, sagte Reinhard Kopp.

VON HARRY GÜSSEFELD

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