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Blitzerschwerpunkt Leppin: Temposünder hielten sich zurück

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Von: Detlef Güssefeld

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Mehrere Polizeibeamte stehen hinter einer auf einem Stativ befestigten Radarpistole und machen Jagd auf Temposünder.
Uwe Fährmann (l.) zeigt der Praktikantin Lucie Ott die Arbeit am Messgerät. Rechts Pressesprecherin Franziska Hohtopp, im Hintergrund Leppins Vize-Bürgermeister Jan Taschschingkong. © Harry Güssefeld

Die Aktion der Polizei gestern in Leppin resultiert aus der andauernden Kritik des Ortschaftsrates und der Stadt Arendsee: In Leppin werde gerast, und so sind Anträge auf feste Blitzer bereits gestellt. Die Polizei setzte nun ein Zeichen.

Leppin – Geblitzt werden könne jederzeit und auch in der Nacht – unter bestimmten Voraussetzungen. Das erklärte Franziska Hohtopp, Pressesprecherin im Salzwedeler Polizeirevier. Dass es gestern nur relativ wenige gab, die zu schnell waren, hatte Gründe: Zum einen war die Masse an Polizei und Begleitpersonen am Ortsausgang in Richtung Seehausen schon weit voraus zu sehen, die Autofahrer warnten sich gegenseitig und im Radio, so vermutete die Pressesprecherin, habe es auch schon entsprechende Hinweise gegeben. Uwe Fährmann am Blitzergerät „Laser Point“ nahm die Fahrzeuge aus Richtung Salzwedel ins Visier. Im zur Seite stand die Praktikantin Lucie Ott aus dem Wendland. Sie absolviert zum zweiten Mal ein Praktikum bei der Polizei und möchte dort auch gern arbeiten. Ein entsprechendes Bewerber-Coaching an der Polizeischule in Aschersleben habe sie bereits absolviert, hieß es. Die Praktikantin durfte vor Beginn der eigentlichen Messung selbst einmal probieren, mit dem Blitzer zu arbeiten. Dann übernahm Profi Uwe Fährmann – und schon raste ein Mann aus der Region Kassel zu schnell heran. 71 km/h abzüglich 3 km/h, so dass ihm 68 vorgeworfen werden können. Ihm folgte ein VW-Transporter mit 64 km/h, verwertbar 61. Ein Mann aus Paderborn folgte mit 68 (65) km/h. Die Strafen sind definiert: Innerorts werden bei einer Überschreitung von 11 bis 15 km/h 50 Euro fällig, bei 21 bis 25 km/h sind es schon 115 Euro und ein Punkt. Ab 31 km/h zu viel gibt es zudem ein Fahrverbot. Einige Sünder folgten noch. Und alle, so hieß es, hätten ihren Verstoß eingesehen. Zum Team gehörte auch Angela Krause, die sonst gemeinsam mit Uwe Fährmann als Regionalbereichsbeamte in Salzwedel tätig sind. Mit dabei auch Andreas Philipp, Regionalbereichsbeamter in Arendsee. Zum Team gesellte sich auch Leppins Vize-Ortsbürgermeister Jan Taschschingkong, der im Gespräch mit Anwohnern in unmittelbarer Nähe der Kontrollstelle von deren Nöten vor allem auch nachts hörte. „Wir bleiben dran. Wir wollen möglichst zwei Blitzer, ähnlich der Situation in Erxleben an der B189“, so der Vize-Chef des Ortes.

Für eine oft geforderte 30er-Zone gebe es derzeit keine gesetzliche Handhabe. Dazu müsse, so Franziska Hohtopp, eine überdurchschnittlich hohe Unfallhäufigkeit nachgewiesen werden. Das treffe auf Leppin aber nicht zu. Während dieser Erläuterungen machte Uwe Fährmann weiter fleißig Jagd auf Temposünder. Ein Ford-Fahrer aus Hildesheim musste sich verantworten, dann noch ein Opel-Fahrer. Bei gemessenen rund 200 Fahrzeugen fielen die Tempoverstöße in der Summe aber gering aus. Stehen Blitzer, wird sich das Rasen vielleicht verringern, heißt es. Muss aber nicht sein, denn in Erxleben haben sich die Anlagen schon längst amortisiert, hieß es in der Runde. Interessant: Wer glaubt, an einer Kontrollstelle in der nicht kontrollierten Richtung aufs Gaspedal drücken zum können, der irrt. Uwe Fährmann zeigte auf, dass man den Kraftfahrzeugen auch hinterher blitzen kann. „Wer es übertreibt, der muss auch damit rechnen, dass wir ihm mal folgen“, so Franziska Hohtopp. Insgesamt wurden 134 Fahrzeuge gemessen, fünf waren zu schnell. Die Polizei war dann irgendwann weg, doch sie kommt wieder. An diesen Ort, der als Messstelle definiert ist. Also sollte immer Vorsicht angesagt sein.

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