Über 300 Zuschauer kamen zum Anbaden / Erstes Arendseer Bier gezapft

Eiskalte Schwimmer

Nachdem alle Gruppen schon einmal im Wasser waren, ging es gemeinsam in die kalten Fluten – Eisbader kennen keine Scheu und sind bestens durchtrainierte Sportler, die auch noch Spaß verstehen.

Arendsee. War das Wetter im vergangenen Jahr beim Eisbaden in und am Arendsee noch viel zu warm, waren die einladenden „Saunis vom Arendsee“ gestern mit den diesjährigen Temperaturen beim Anbadetermin zum 9. Winterschwimmen zufrieden.

Luft zwischen zwei und vier Grad Minus, das Wasser so zwischen zwei und vier Grad warm, so Christine Meyer, die alle Eisbader am Ufer des schönsten See Deutschlands begrüßte.

„Egal wie kalt es ist, wir baden gerne nach den Lehren von Kneip und Nagel in unserem See“, so Meyer in ihrer Begrüßung und gab das Kommando weiter an Bärbel Ziegenbein, die nun mit den rund 60 Eisbader und Winterschwimmern und einem Großteil der Besucher die Aufwärmgymnastik startete. Unter dem Beifall der weit über 300 Schaulustigen machten die „Samsbader“ aus Samswegen den Anfang und im gemütlichen Schritt ging es in das kühle Nass des Arendsee.

Das Eis war gebrochen. Nun wollten auch die anderen Winterschwimmer ins Wasser, um sich vom Publikum, das lieber dick eingemummelt am Ufer stand, feiern zu lassen.

Unter den diesjährigen Winterschwimmern waren neben den „Samsbadern“ auch die „Gardelegener Eisspringer“, die „Brandenburger Eisbären“, die „Tangermünder Wasserplumpser“, die „Cumloser Brackratten“, die „Aländer“ aus Seehausen sowie die „Seehunde“ aus Osterburg. Das Wetter war optimal und der wenige, liegen gebliebene Schnee am Ufer ließ das Eisbaden auch etwas winterlich aussehen.

In kleinen Gruppen ging es dann für kurze Augenblicke immer wieder ins Wasser und ein Zuschauer rief, das seine Mutti einst sagte: „Gebadet ist man erst, wenn man auch untergetaucht war.“ Das machten am Sonntag nur die wenigsten. Damit auch nichts passieren konnten, waren drei Taucher im Wasser und ein Rettungswagen stand gleich in Ufernähe.

Nach dem erfrischenden Bad im Arendsee konnten die Winterschwimmer den tosenden Applaus der vielen Schaulustigen entgegen nehmen. Und so wurden alle beim Reingehen und noch einmal beim Rauskommen aus dem Wasser vom Publikum gefeiert. Am Lagerfeuer oder mit einem kleinen Schluck kehrte dann nicht nur bei den Schwimmern das wohlige Gefühle von Wärme in die kalten Glieder zurück.

Bevor gestern jedoch das 9. Winterschwimmen gestartet wurde, gab es noch einen kleinen festlichen Akt, denn Wirt Jörg Müller konnte Bürgermeister Norman Klebe das erste selbst gebraute Bier im Fass übergeben. Klebe fackelte nicht lange und und schlug auf den Zapfhahn ein bis das Bier floss. Ein Namen wird noch gesucht, Jörg Müller ist für Vorschläge offen, es gab schon einige Ideen wie „Perlenbräu“ oder „Soltmann Arendsee“.

Fotos vom Eisbaden

Eisbaden im Arendsee

Eigentlich sollte Michael Meyer am Sonnabend noch ein Versprechen aus dem vergangenen Jahr einlösen und mit ins kühle Nass steigen. „Ja, aber nur wenn es nicht geschneit hätte“, sagte er gestern. Alles war weiß und Meyer war gerettet. Doch auch in diesem Jahr gab es wieder das Versprechen von ihm: „Zum 10. Winterschwimmen gehe ich mit dem Bürgermeister ins Wasser.“ Norman Klebe schaute ganz erschrocken – niemand hatte ihn vorher gefragt – konnte sich dann aber doch wohl mit dem Gedanken anfreunden. „Aber nur, wenn kein Schnee liegt“, schmunzelte Klebe. Man darf auf 2014 gespannt sein.

Von Maik Bock

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