Einkaufen mit Termin

Shopping mit VIP-Gefühl in Arendsee

Peggy und Olli aus Darmstadt vor NKD in Arendsee
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Peggy und Olli aus Darmstadt waren zum Familienbesuch in Arendsee und kamen mit Ladentür-Termin bei NKD herein.
  • vonBeate Achilles
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Einkaufen mit Termin? Für viele ist das eine seltsame Vorstellung. Aber das ist die Bedingung, unter der Politiker den Einzelhändlern derzeit erlaubt haben, ihre Geschäfte wieder zu öffnen. Eine Entdeckungsreise in Arendsee.

Seit Montag vergangener Woche ist Einkaufen mit Termin wieder erlaubt. Ich wollte wissen, wie das in der Praxis funktioniert und habe mich in Arendsee auf Shoppingtour begeben. Vorher hatte ich keine Termine gemacht und war gespannt, ob ich auch kurzfristig hineinkommen würde, sozusagen mit einem Soforttermin.

Erster Stopp: „family fashion“ in der Bahnhofstraße. Am Eingang gleich ein großes Schild: „Behördliche Anweisung!!! Einkaufen nur mit Terminvergabe.“ Maximal vier Kunden dürfen gleichzeitig ins Geschäft, steht da außerdem. Ein Blick in den Laden lässt Hoffnung aufkommen: Momentan sieht es ziemlich leer aus.

Allein im Modegeschäft

Die Verkäuferin kommt zur Tür und bittet mich herein. Lediglich eine andere Kundin ist an diesem Montagnachmittag in dem mehrere hundert Quadratmeter großen Ladengeschäft. An der Kasse trage ich mich in eine Liste ein und dann steht der Suche nach einer schicken Ausstattung fürs Frühjahr nichts mehr im Wege. Nachdem die andere Kundin gegangen ist, habe ich den ganzen Laden einschließlich Verkäuferin ganz für mich allein und fühle mich wie ein VIP.

Zurück auf der Bahnhofstraße begegnen mir Sandro Steuben und seine Tochter. Sie kommen gerade aus dem gegenüberliegenden Spielwarengeschäft der Familie Goyer. Ob sie einen Termin hatten, frage ich. „Bei Goyer nicht, da sind wir spontan reingekommen, weil sonst gerade kein anderer Kunde im Laden war. Aber beim Friseur hatten wir einen Termin. Damit wir nicht in der Kälte auf der Straße warten mussten, bis wir an der Reihe sind, haben wir im Spielwarenladen gestöbert“, verrät Sandro Steuben. Das will ich auch machen. Der Laden ist immer noch leer. Am Eingang begrüßen mich zwei nette Verkäuferinnen. Ich frage, ob ich einen Soforttermin bekommen kann und sie stimmen zu. Auch hier muss ich mich zunächst in eine Liste eintragen und mich mit einem Einkaufskorb ausstatten, damit die Mitarbeiterinnen wissen, wie viele Kunden sich gerade im Laden befinden. Auch hier genieße ich das Gefühl, mich völlig allein in einer riesigen Halle voll mit Spielwaren umschauen zu können.

Lüftungspause um Viertel vor bei NKD

Meine nächste Station ist NKD. Dort versperrt ein Schild den Eingang: „Lüftungspause, Betreten verboten“, ist darauf zu lesen. Stündlich um Viertel vor schließt der Laden für 15 Minuten seine Pforten, um zu lüften. Bekanntlich soll das die Viruslast in der Innenraumluft verringern. Vor der Tür von NKD bildet sich eine kleine Schlange. Einige Handwerker, die auf Durchreise sind, stehen hier an. Außerdem ein Pärchen aus Darmstadt, das in Arendsee einen Familienbesuch macht. Keiner der Kunden hat einen Termin, wie sie mir verraten. Hereingelassen werden sie mit Soforttermin trotzdem, als die Tür sich wieder öffnet. Ich will mein Glück noch anderswo versuchen.

Selbst bei Brautmoden gibt es Spontantermine

Das Juweliergeschäft ist geschlossen, an der Eingangstür hängt eine Telefonnummer. Auch der Tung Chi Shop hat zu, ebenso wie der Brautmodenladen von Korinna Rehr-Aedtner. Hier ist Einkaufen mit Termin allerdings die Regel statt die Ausnahme, wie die Inhaberin mir am Telefon erklärt. Termine können spontan möglich sein, sagt sie, Freitag und Samstag seien allerdings besonders begehrte Tage.

Auch beim Augenoptiker habe ich wegen geänderter Öffnungszeiten an diesem Nachmittag kein Glück. Am Vormittag hätte ich mit Termin dort einkaufen können.

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