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Eine Wanderung gegen die Abstinenz

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Von: Detlef Güssefeld

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Karneval
Vor einem Jahr hatten Klädener ihre Häuser und Grundstücke bunt geschmückt. Als Zeichen der Verbundenheit zu ihrem Karneval. © iuluhi

Es waren am Freitag rund 30 Närrinnen und Narren auf Hoffmanns Saal erschienen. Der Elferrat hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Mitwirkenden und Mitglieder des Klädener Karnevalsclub (KKC) über das zu informieren, was in Sachen närrische Zeit in diesem Jahr so abgehen soll. Das, was alle befürchteten, wird eintreten: Den geplanten 69. Karneval vom 11. bis 13. Februar in der närrischen Hochburg bei Hoffmanns in Kläden wird es nicht geben.

Kläden - Zum zweiten Mal in Folge hat Corona die drei tollen Tage verhindert. Die Trauer darüber ist groß, die Narrenschaft in Kläden möchte gern, darf aber nicht. Aber es wird dennoch keinen vollständigen Stillstand geben.

Der Corona ein Schnippchen schlagen

Am Freitag hatte sich die Narrenschaft mehrheitlich darauf geeinigt, einen Wandertag zu organisieren. Genau gesagt eine „karnevalistische Wanderung auf der Suche nach einem Prinzenpaar“. KKC-Chef Hagen Schünke hatte die Idee des Elferrates erläutert. Demnach soll es nun am Sonnabend, 26. Februar, ab 11.11 Uhr bei Hoffmanns losgehen. Der Startpunkt könnte sich noch in Richtung Langen Jammer (Abschnitt der B 190 in Richtung Arendsee) verändern. Das würde dann aber noch bekannt gegeben.

Gewandert wird nach 2G-Regel in Richtung Kraatz. Mit Abstand, aber mit Musik und einigen geistigen Getränken. Man wolle, so Hagen Schünke, die Vorgaben der Behörden auf jeden Fall einhalten. Und wenn gewandert wird, dann sollten möglichst viele Grundstücke und Häuser karnevalistisch geschmückt sein. Dass das gut ankommt, hatte die Aktion im vergangenen Jahr gezeigt. An den drei Tagen, als bei Hoffmnanns eigentlich die Post abgehen sollte, waren die Häuser bunt geschmückt. „Das war eine tolle Sache, und wir hoffen, dass es zum 26. Februar auch wieder funktioniert“, so Hagen Schünke.

Narren
Auf Hoffmanns Saal trafen sich am Freitag die Narren aus Kläden und Kraatz. © Freier Mitarbeiter

Warum am 26. Februar?, fragten sich einige Gäste. Das sei, so der Chef, ein Datum, das mit den Umzügen der Karnevalsvereine verbunden ist. Man wolle Traditionen leben. Und außerdem seien es bis dahin auch fast fünf Wochen, um noch die eine oder andere Überraschung auf den Weg zu bringen. Es könnte auf manchen Grundstücken ein Kurzprogramm närrischer Gruppen geben. Dass an dem Tag nicht alle frei haben, das wurde wohl zur Kenntnis genommen. Aber der Elferrat ließ sich nicht beirren. Dieses Datum steht nun fest.

Doch die Wanderung soll nicht die einzige Aktion des KKC sein. Der Landesverband, so hieß es, habe inzwischen von der Forderung abgesehen, närrische Aktionen außerhalb der Karnevalszeit nicht zu erlauben. Es soll nun damit möglich werden, dass Karneval nicht auf Raten sterben müsse. „Die Vereine sollen so auch im Sommer feiern können, wenn es wieder geht“, machte Hagen Schünke Mut.

Das Sommerfest des KKC ist terminlich noch nicht fixiert. Wohl aber ein Auftritt zur 1200-Jahrfeier anlässlich des Seeeinbruchs in Arendsee. Garde, Elferrat und Prinzenpaar wollen auf der Festbühne zeigen, dass der Verein lebt. Vor allen auch im Hinblick auf den bevorstehende 70. Session, die im November beginnen wird. Ob es dann eine Gala geben wird, das wisse noch keiner. Aber gewiss ist, dass es auch zur 69. Session einen Pin geben wird, wie im vergangenen Jahr. Für die Mitglieder des Vereins. Als Zeichen der Zugehörigkeit und des Willens, diesen Karneval niemals sterben zu lassen. „Aber eins, aber eins, das bleibt besteh´n, der Klädener Karneval wird nie untergeh´n“, singen die Narren seit Jahrzehnten. Noch herrscht kein Zweifel daran, dass es auch so bleibt.

Bei allem Spaß: Ordnung muss sein

Die Karnevalisten, die am Freitag zur Versammlung gekommen waren, unterstrichen das einmal mehr. Der Elferrat funktioniert und sorgt für Respekt: Die Narren, die am Freitag zu spät kamen, bekamen sogar einen leichten Rüffel. Karneval ist nicht nur Spaß, Karneval ist Verpflichtung und Tradition zugleich. Ohne das alles wären fast 70 Jahre Karneval in Kläden nicht möglich gewesen.

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