Streit um Status der Straße Mechau-Binde wird zu Geduldsspiel mit unbekanntem Ausgang

Eine Straße löst sich auf

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In diesem Loch könnte man ein Kleinkind baden. So groß ist die schadhafte Stelle auf der Straße zwischen Binde und Mechau unmittelbar vor dem Bahnübergang. Sie ist nicht nur im Dunkeln eine Gefahrenstelle für Autos, sondern insbesondere für Zweiräder.

Arendsee / Mechau. Die Idee, die Straße von Mechau nach Binde zu einem landwirtschaftlichen Weg herunterzustufen, hatte der städtische Bauausschuss einst auf dem Plan. Die Mitglieder wollten es so.

Doch der Bauausschuss war nicht der Ausschuss, der ein solches Thema fachlich behandeln konnte – deshalb ging es in den Ordnungsausschuss – dort wurde diskutiert, die Öffentlichkeit war zugelassen und eine Mechauer Delegation unter Führung ihres Ortsbürgermeisters Hartmut Baier machte mobil gegen eine Herabstufung der Straße.

Mit dabei die Mütter, die ihre Kinder aus Richtung Arendsee über diese Straße in die Einrichtung bringen und die Mehrkilometer über Ritzleben nicht akzeptieren wollten. Und überhaupt: Einen landwirtschaftlichen Weg wieder aufzuwerten, das gelinge dann nicht mehr, sollte man das wollen.

Doch in Zeiten klammer Kassen hatte die Verwaltung in Arendsee mit der Idee, den Weg umzuwidmen, die Hoffnung verbunden, Fördermittel für den Ausbau eines landwirtschaftlichen Weges zu bekommen. „Für eine solche Gemeindestraße bekommen wir nichts mehr, und jeder weiß, dass ein bloßes Flicken dort nichts bringt“, erklärte Arendsees Bürgermeister Norman Klebe gestern auf Nachfrage der AZ. Der Zustand der Straße ist erbärmlich. Die ständigen Rufe aus dem Mechauer Ortschaftsrat, der Kreis solle sich an den Kosten beteiligen, verhallen. Landrat Michael Ziche hatte es klar ausgedrückt: Diese Straße brauche man nicht, weil es eine Kreisstraße von Ritzleben nach Mechau gebe.

Dennoch will man in Mechau den Gedanken aus dem Arendseer Rathaus nicht folgen. Und so kommt, was kommen musste: Die Straße zerfällt immer mehr, die Löcher sind derart groß, dass man sich nicht vorstellen möchte, dass ein Fahrrad oder ein Motorrad da hinein gerät. Die Ränder der Rest-Bitumenstrecke sind ausgefranst. Wer dafür die Verantwortung übernehmen muss, der hat Nerven. „Unser Bauamt hat die Problematik immer wieder auf die Tagesordnung gehoben. Es führt kein Weg dahin, die Straße zu einem landwirtschaftlichen Weg werden zu lassen“, so Klebe gestern resignierend. Ob es einen erneuten Anlauf geben wird, ist offen. Die Straße wird weiterhin genutzt. Wer aus Richtung Binde nach Mechau unterwegs ist, sollte vorsichtig sein, denn er muss in den unbefestigten Seitenbereich ausweichen.

Klar ist, dass es nicht die einzige Straße in der Einheitsgemeinde ist, weiß auch Klebe. Doch es ist eine, die nicht lebensnotwendig ist.

Von Harry Güssefeld

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