Luftkurort-Arendsee-GmbH zog Zwischenbilanz / Weniger Besucher

„Eine schwierige Situation“

Die Besucherzahlen im Strandbad sind in diesem Jahr eingebrochen. Hauptgrund war das schlechte Wetter, vor allem während der Ferien. Bis Mitte August kamen 26 460 Besucher, im Vorjahr waren es bis zum Saisonende 44 641. Foto: Archiv / AZ

Arendsee. Die amtierende Luftkurort-Arendsee-GmbH-Chefin hat am Montagabend vor dem Stadtrat die laufende Saison analysiert. Fazit: Werden die aktuellen Zahlen mit denen der drei Jahre zuvor verglichen, fällt das Resümee nüchtern aus.

Weniger Besucher auf der „Queen“ und im Strandbad, allein auf dem Campingplatz ist die Zahl der Übernachtungen per 20. August schon höher als die gesamte Saison 2014. „Wir haben es schon immer gesagt: Der Campingplatz bringt uns viele Besucher, und wir hoffen noch in diesem Jahr auf weitere Übernachtungen“, sagte die amtierende Geschäftsführerin, Sonja Nowak, am Dienstag im Gespräch mit der AZ. Aktuell sind es 10 192. Der Vergleich zu 2016: Da waren es die gesamte Saison 13 945.

Auf der „Queen“, vom einstigen Flaggschiff zum Sorgenkind, wurden bis zum 20. August insgesamt 12 059 zahlende Gäste gezählt. Im Vorjahr waren es 16 972. „Diese Zahl werden wir nicht mehr erreichen. Denn wir haben nur bis zum 12. Oktober Fahrten angenommen, ab 15. Oktober ist Schluss, dann kommt der TÜV“, sagte Nowak.

Die finanzielle Situation sei derart schwierig, weil die eingenommenen Gelder fast ausschließlich in den Lohn der Angestellten fließen“, so die Chefin. Sanierungen wie an der Rutsche seien allein durch Mittel möglich, die von außen bereitgestellt werden – in diesem Fall vom Windparkbetreiber in Höwisch.

Die Saison im Strandbad wird am 15. September möglicherweise enden. Das liegt daran, hieß es, dass der Rettungsschwimmer nur bis zu diesem Termin vertraglich gebunden ist. „Wir haben mit den Langzeiterkrankungen des Rettungsschwimmers und des Geschäftsführers zu kämpfen“, so Sonja Nowak. Auf dem Campingplatz wird am 31. Oktober Schluss sein. „Wir hoffen noch auf die Herbstferien, da könnte es bei gutem Wetter noch einmal einen Besucherandrang geben“, erfuhr die Altmark-Zeitung.

Die Situation der GmbH ist mehr als angespannt. Es gibt dringend Sanierungsbedarf. Dass im Strandbad ein Caravanplatz entstehen könnte, wie der Stadtrat jüngst erklärte, macht die Sache attraktiver, werfe aber auch Fragen auf. „Es wird wieder gefragt: Warum dürfen die Caravan-Nutzer auch abends baden gehen und wir nicht?“, so Sonja Nowak.

Von Harry Güssefeld

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