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Eine rote Schweinerei

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Arendsee - Von Harry Güssefeld. Der Gustav-Nagel-Förderverein hat gestern Anzeige bei der Polizei in Arendsee erstattet. Der Grund: Bislang Unbekannte haben Teile der Anlage mit roten Schweinen und roten Kreuzen verunstaltet. Die Schweine waren vermutlich mit einer Schablone aufgebracht worden, so dass die Polizei den Tatbestand der „Sachbeschädigung durch Graffito“ feststellte. Im Gegensatz zu Graffiti, was freihändig aufgebracht wird, stelle die Schablonenbenutzung einen Zweig der „künstlerischen Tätigkeit“ dar.

Der zweite Vorsitzende, Hansjürgen Schulz, war in der Polizeistation in Arendsee vorstellig geworden. Die Mitglieder des Fördervereins, die sich in den vergangenen Jahren sehr um die originalgetreue Wiedererrichtung des Nagel-Anwesens bemüht hatten, äußerten ihren Unmut. So auch der Chef des Vereins, Uwe-Holger Idler aus Salzwedel. Per Telefon hatte er die AZ informiert und bedauert, dass das feige Handeln von Chaoten die freiwillige Arbeit im Interesse der Stadt torpediere. Welche Bedeutung die roten Schweine und die roten Kreuze auf Hinweistafeln und Steinstelen haben, ist bislang unbekannt. Einen politischen Hintergrund konnte die Polizei, aber auch der Förderverein gestern nicht erkennen.

Der Gustav-Nagel-Förderverein bemüht sich seit Jahren, nicht nur an Nagel zu erinnern, sondern seine Ideen und sein Handeln zu vergegenständlichen. Das Anwesen, auf dem Nagel einst seine Vorstellungen formulierte und auch lebte, war zu DDR-Zeiten verwüstet worden. Nagel musste auch in die Nervenheilanstalt – nach der Wende entdeckte man den Wanderprediger und Naturmenschen auch als einen Werbezweck für Arendsee wieder.

Erst im August war ein Eichenholz-Kreuz vom Grundstück gestohlen worden. Gestern bekam Uwe-Holger Idler die Nachricht, dass die Ermittlungen diesbezüglich eingestellt worden sind.

Wer Hinweise zu den Taten hat, sollte sich mit der Polizei in Arendsee, Tel. (03 93 84) 9 84 90, in Verbindung setzen. Der Schaden ist noch nicht beziffert worden.

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